Papstbotschaft zum Thema Medien

Vatikan veröffentlicht Schreiben zum 48. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 405 klicks

Heute veröffentlichte der Vatikan eine Botschaft von Papst Franziskus, die sich auf den kirchlichen Weltmedientag unter dem Motto „Kommunikation im Dienst der authentischen Kultur der Begegnung“ bezieht. Wie der Präsident des Päpstlichen Medienrates, Erzbischof Claudio Maria Celli, bei einer Pressekonferenz im Vatikan sagte, handle es sich bei der Medienbotschaft um ein vollkommen „franziskanisches“ Dokument. Der Rat hatte zur Vorbereitung des Textes Fachleute befragt und dem Papst anschließend drei mögliche Themen vorgeschlagen, aus denen dieser dann das oben genannte ausgewählt hatte, auch, da es in die Lehre des Pontifikates von Papst Franziskus passe, so Celli.

In seiner Botschaft stellt Papst Franziskus fest, dass es trotz der Entwicklungen in der Kommunikationstechnik und der damit einhergehenden engeren Verbindungen sowie durch die von der Globalisierung erzeugten Abhängigkeit voneinander weiterhin ausgeprägte „Spaltungen innerhalb der Menschheitsfamilie“ gebe. So leide die Welt an verschiedensten Formen der Ausgrenzung und der Armut. An diesem Punkt seien die Medien eine Hilfe, indem sie sich für den Gedanken der Einheit und der „einen Menschheitsgeschichte“ einsetzten. Dieser führe zu Solidarität und zu ernsthaftem Einsatz für ein menschenwürdiges Leben. Der Papst sagte, gute Kommunikation schaffe Einheit und überwinde Mauern.

Ein Problem sieht der Pontifex in der Geschwindigkeit, mit der Informationen übermittelt würden, da sie die Reaktions- und Urteilsfähigkeit übersteige. Es bestehe so die Gefahr, nur die Informationen aufzunehmen, die den eigenen Erwartungen oder Interessen entsprächen. Die digitale Vernetzung könne folglich zu einer Absonderung von nahe stehenden Menschen führen. Kommunikation solle jedoch zu einer persönlichen Begegnung führen, ihrem ursprünglichen Ziel, so Papst Franziskus weiter. Dazu schreibt er:

„Der Mensch bringt sich selbst vollständig zum Ausdruck nicht dann, wenn er einfach toleriert wird, sondern wenn er weiß, dass er wirklich angenommen ist. Wenn wir wirklich den anderen zuhören möchten, dann werden wir lernen, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann werden wir die Erfahrung der Menschen, wie sie sich in den verschiedenen Kulturen und Traditionen zeigt, schätzen lernen.“ Wer kommuniziere und eine Verbindung aufnehme, werde zum Nächsten.

Papst Franziskus erklärte, Jesus zeige, dass es nicht darum gehe, den anderen als seinesgleichen anzuerkennen, sondern es gehe um die Fähigkeit, sich dem anderen gleich zu machen. Kommunizieren bedeute, sich bewusst zu machen, Mitmenschen zu sein, Kinder Gottes. So sei seine Definition der Macht der Kommunikation: „Nächster sein“.

Im Anschluss daran zog der Pontifex eine bereits bei anderen Gelegenheiten von ihm verwendete Äußerung heran, die auch für digitale Wege gelte: „Bei der Alternative zwischen einer Kirche, die auf die Straße geht und dabei Probleme bekommt, und einer Kirche, die an Selbstbezogenheit krank ist, habe ich keine Zweifel, der ersten den Vorzug zu geben.“ Auf den digitalen Wegen seien Menschen unterwegs, die „verwundet sind, Männer und Frauen, die eine Rettung oder eine Hoffnung suchen.“

Abschließend führte er aus, keiner solle davor Angst haben, ein Bürger der digitalen Umwelt zu werden. Die Präsenz der Kirche in der Welt der Kommunikation sei wichtig, um mit den Menschen von heute kommunizieren zu können und um sie zur Begegnung mit Christus zu führen. Die Revolution der Kommunikations- und Informationsmittel sei eine große und spannende Herausforderung, die frische Energie und eine neue Vorstellungskraft brauche, um den anderen die Schönheit Gottes zu vermitteln.

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