Papstbrief an die Familien

Familie ist eine Kraftquelle

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 466 klicks

Heute veröffentlichte der Vatikan einen Brief von Papst Franziskus an die katholischen Familien. Das Schreiben ist auf den 2. Februar 2014 datiert, das Fest der Darstellung des Herrn. Papst Franziskus hat mit zwei Weltbischofssynoden 2014 und 2015 zum Thema Familienpastoral die Familie zu einem Leitthema gemacht. Die Botschaft des Papstes ist klar: Ohne die Familie gehe es nicht, die Kirche brauche ihr Gebet. Der Brief beginnt mit den Worten: „Liebe Familien, ich komme an eure Haustür, um mit euch über ein Ereignis zu sprechen, das bekanntlich im kommenden Oktober im Vatikan stattfinden wird.“ Im Hinblick auf die Weltbischofssynode zum Thema Familienpastoral habe dieses Thema viel mit der Familie zu tun. Er fuhr fort:

„Diese Synodenversammlung ist ja in besonderer Weise euch gewidmet, eurer Berufung und Sendung in der Kirche und in der Gesellschaft, den Fragen der Ehe, des Familienlebens, der Erziehung der Kinder und der Rolle der Familien in der Mission der Kirche. Daher bitte ich euch, inständig zum Heiligen Geist zu beten, dass er die Synodenväter erleuchte und sie in ihrer wichtigen Aufgabe leite.“

Im Oktober 2014 wird die außerordentliche Vollversammlung der Bischofssynode stattfinden, auf der ordentlichen Vollversammlung ein Jahr später werden dann die angesprochenen Themen weitergedacht werden und pastorale Ansätze übersetzt werden. Im September 2015 findet dann ein Welttreffen der Familien in Philadelphia statt. Von diesen Terminen erhofft sich Papst Franziskus eine konkrete Stärkung der Familie. Er appellierte an die Familien:

„Beten wir also alle gemeinsam, dass die Kirche durch diese Ereignisse einen wirklichen Weg der Unterscheidung zurücklege und geeignete pastorale Mittel ergreife, um den Familien zu helfen, die heutigen Herausforderungen mit dem Licht und der Kraft zu bewältigen, die aus dem Evangelium kommen.“

Papst Franziskus betont in seinem Brief, die Familie sei eine Kraftquelle und der Ort, wo sich die Generationen in besonderer Wiese bereichern würden. Um diesen Aspekt zu verdeutlichen, zog Papst Franziskus eine Passage des Lukasevangeliums hinzu, in der Jesus und seine Eltern im Tempel zwei alte Menschen, Simeon und Hanna treffen, die in Jesus den Messias erkennen. Simeon dankt Gott, weil er das Heil sieht und Hanna findet trotz ihres Alters neue Kraft und spricht zu allen über das Kind. Jesus habe hier zwei junge Eltern und zwei alte Menschen zusammengeführt, so Papst Franziskus.

„Jesus lässt die Generationen einander begegnen und vereint sie! Er ist die unerschöpfliche Quelle jener Liebe, die alle Verschlossenheit, alle Einsamkeit, alle Traurigkeit überwindet. Auf eurem Weg als Familie teilt ihr viele schöne Momente miteinander: die Mahlzeiten, die Ruhe, die Arbeit im Hause, die Vergnügungen, das Gebet, die Reisen und die Wallfahrten, die Taten der Solidarität… Doch wenn die Liebe fehlt, fehlt die Freude, und die echte Liebe wird uns von Jesus geschenkt: Er bietet uns sein Wort an, das unseren Weg erleuchtet; er gibt uns das Brot des Lebens, das die tägliche Mühe unseres Weges unterstützt.“

Abschließend segnete Papst Franziskus die Familien und bat sie, für ihn zu beten, damit er dem Volk Gottes in Wahrheit und Liebe dienen könne.