Päpstliche Gebetsmeinung für Juli: Dass alle Bürger aktiv am öffentlichen Leben teilnehmen können

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ROM, 3. Juli 2007 (ZENIT.org).- Für den Monat Juli 2007 hat Papst Benedikt XVI. dem weltweiten Gebetsapostolat die „allgemeine Gebetsmeinung“ anvertraut, „dass alle Bürger, individuell und in Gruppen, aktiv am öffentlichen Leben und an der öffentlichen Verwaltung teilnehmen können“.



Weltweit ist das Gebetsapostolat derzeit in rund 1.600 Bistümern verbreitet. Es wird in Rom von Pater van Doren SJ koordiniert und von den jeweiligen Nationalsekretären und Diözesandirektoren vor Ort organisiert. Rund 50 Millionen Laien, Ordensleute, Priester und Bischöfe aus aller Welt machen sich das monatliche Gebetsanliegen des Papstes zu Eigen.

Im Hinblick auf das aktuelle Anliegen wird dazu ermutigt, sich Abschnitt 28 der Enzyklika Deus caritas est neu vor Augen zu führen, wo es um das „Ringen um Gerechtigkeit und dem Dienst der Liebe“ geht.

„Die gerechte Ordnung der Gesellschaft und des Staates ist zentraler Auftrag der Politik“, hält der Papst in seinem ersten Lehrrundschreiben fest. „Ein Staat, der nicht durch Gerechtigkeit definiert wäre, wäre nur eine große Räuberbande, wie Augustinus einmal sagte: ‚Remota itaque iustitia quid sunt regna nisi magna latrocinia?‘.“

Tatsächlich sei allein die Gerechtigkeit „Ziel und daher auch inneres Maß aller Politik“. Und Politik sei immer „mehr als Technik der Gestaltung öffentlicher Ordnungen: Ihr Ursprung und Ziel ist eben die Gerechtigkeit, und die ist ethischer Natur.“

In diesem Zusammenhang antwortet der Nachfolger des Apostels Petrus auf die Frage: „Was ist Gerechtigkeit?“ Er weist darauf hin, dass es sich hierbei um eine Frage der praktischen Vernunft handle, fügt aber hinzu: „Damit die Vernunft recht funktionieren kann, muss sie immer wieder gereinigt werden, denn ihre ethische Erblindung durch das Obsiegen des Interesses und der Macht, die die Vernunft blenden, ist eine nie ganz zu bannende Gefahr.“ Das bedeute, dass die Schaffung einer gerechten Gesellschafts- und Staatsordnung, „durch die jedem das Seine zuteil wird“, eine grundlegende Aufgabe sei, der sich jede Generation neu zu stellen habe.

„Da es sich um eine politische Aufgabe handelt, kann dies nicht der unmittelbare Auftrag der Kirche sein. Da es aber zugleich eine grundlegende menschliche Aufgabe ist, hat die Kirche die Pflicht, auf ihre Weise durch die Reinigung der Vernunft und durch ethische Bildung ihren Beitrag zu leisten, damit die Ansprüche der Gerechtigkeit einsichtig und politisch durchsetzbar werden“, schreibt Papst Benedikt.

„Die unmittelbare Aufgabe, für eine gerechte Ordnung in der Gesellschaft zu wirken, kommt dagegen eigens den gläubigen Laien zu. Als Staatsbürger sind sie berufen, persönlich am öffentlichen Leben teilzunehmen. Sie können daher nicht darauf verzichten, sich einzuschalten in die vielfältigen und verschiedenen Initiativen auf wirtschaftlicher, sozialer, gesetzgebender, verwaltungsmäßiger und kultureller Ebene, die der organischen und institutionellen Förderung des Gemeinwohls dienen.“

Immerfort sollte es die Liebe sein, die das gesamte Leben der gläubigen Laien beseelt und „folglich auch ihr politisches Wirken im Sinne einer ‚sozialen Liebe‘ prägt“.

Das missionarische Gebetsanliegen des Papstes für den Monat Juli lautet: „Dass alle Christen im Bewusstsein der eigenen missionarischen Pflicht all jene tätig unterstützen, die sich für die Evangelisierung der Völker engagieren.“