Päpstliche Katholische Universität von Peru darf in Zukunft weder päpstlich noch katholisch heißen

Entschluss in einer Mitteilung vom vergangenen Samstag

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VATIKANSTADT, 23. Juli 2012 (ZENIT.org).– In einer Mitteilung des vatikanischen Pressebüros wurde am vergangenen Samstag der Entschluss bekannt gemacht, der Päpstlichen Katholischen Universität von Peru die Titel „päpstlich“ und „katholisch“ abzuerkennen. Im Folgenden geben wir einen Auszug der Mitteilung in eigener Übersetzung wieder.

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Der Heilige Stuhl hat, im Einklang mit den kirchenrechtlichen Vorschriften […], beschlossen, der Päpstlichen Katholischen Universität von Peru das Anrecht auf die Titel „päpstlich“ und „katholisch“ abzuerkennen. Die genannte Universität, 1917 gegründet und mit Erlass des Heiligen Stuhls 1942 in den Stand einer Päpstlichen Universität erhoben, hat seit 1967 mehrmals einseitig ihre Statuten in einer Weise verändert, die den Interessen der Kirche schwer zuwiderhandelt.

Seit 1990 ist die Universität mehrmals vom Heiligen Stuhl aufgefordert worden, ihre Statuten der Apostolischen Konstitution „Ex Corde Ecclesiae“ (15. August 1990) anzugleichen, ist dieser gesetzlichen Pflicht jedoch nicht nachgekommen.

Nach dem Kanonischen Besuch im Dezember 2011 und dem Treffen zwischen dem Rektor der Universität und seiner Eminenz dem Kardinal Staatssekretär im Februar 2012, war ein erneuter Versuch in die Wege geleitet worden, den Dialog um die Anpassung der Statuten an die Gesetze der Kirche wiederaufzunehmen.

Kürzlich bekundete der Rektor mittels zweier Briefe an seine Eminenz, den Kardinal Staatssekretär, es sei ihm unmöglich, den Forderungen nachzukommen, und machte die Änderung der Statuten vom Verzicht auf die Verwaltung der Güter der Universität seitens der Erzdiözese Lima abhängig.

Die Teilnahme der Erzdiözese Lima an der Verwaltung des Vermögens der Universität ist bereits mehrmals durch Urteile peruanischer Gerichte bestätigt worden.

Angesichts dieser Haltung der Universität, die sich auch bei anderen Gelegenheiten zeigte, sieht sich der Heilige Stuhl zum oben genannten Schritt gezwungen, ermahnt jedoch zugleich aufs Neue die Universität, sich an die kirchlichen Gesetze zu halten.

Der Heilige Stuhl wird die Entwicklung der Lage an der Universität weiterverfolgen und hofft, dass in naher Zukunft die akademische Leitung ihre Haltung revidieren möchte, damit auch vorliegende Maßnahme revidiert werden kann. Die vom Heiligen Stuhl geforderte Erneuerung wird die Universität in die Lage versetzten, die Botschaft Christi mit mehr Erfolg an die Menschen, an die Gesellschaft und an die Kulturen vermitteln zu können, im Einklang mit der Mission der Kirche in der Welt.

[Übersetzung des italienischen Originals von Alexander Wagensommer]