Päpstliche Monatsanliegen für November: Menschliches Leben schützen, Friede in Korea

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ROM, 2. November 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. betet im Monat November darum, „dass in Korea der Geist der Versöhnung und des Friedens wachse“.



Neben dieser missionarischen Gebetsmeinung hat der Heilige Vater auch ein allgemeines Anliegen vor Augen. Es lautet: „Wir beten für alle, die in der medizinischen Forschung und in der Gesetzgebung Verantwortung tragen, um einen tiefen Respekt vor dem menschlichen Leben vom Anfang bis zum Ende.“

In seinem diesbezüglichen Kommentar erklärt Franz-Josef Janicki SVD: „Nicht wenige Vertreter der Biowissenschaften versuchen, zu Forschungszwecken im Dienste anstehender Therapien die Anzahl der zur Verfügung stehenden embryonalen Stammzellen zu multiplizieren und die bestehende Gesetzgebung, die speziell in Deutschland eng gefasst ist, zu liberalisieren“.

Da die Gewinnung von embryonalen Stammzellen „immer mit der Tötung von menschlichen Embryonen verbunden ist, sind diese Versuche aus ethischen Gründen abzulehnen. Zudem sind in nächster Zeit kaum erfolgreiche, aus den Experimenten mit embryonalen Stammzellen gewonnene Therapiemöglichkeiten für bestimmte Krankheiten zu erwarten“.

Norbert Cuypers SVD geht in seinem Kommentar zur Missionsgebetsmeinung auf die angespannte Lage in Korea ein.

Auf der koreanischen Halbinsel leben insgesamt 71 Millionen Einwohner. Der Norden wird kommunistisch regiert. Die Demokratische Volksrepublik Korea mit seinen rund 23 Millionen Einwohnern gerät wegen des umstrittenen Atomwaffenprogramms seiner totalitären Regierung und die Weitergabe von militärischer Raketentechnologie häufig in die Schlagzeilen. „Bekannt ist aber auch, dass es immer wieder große Hungersnöte im Lande gab und gibt. Außerdem werden die Menschen bis heute mit brutaler Gewalt daran gehindert, ins benachbarte Ausland zu reisen oder sich dort gar eine neue Existenz aufzubauen“, mahnt P. Cuypers.

Der Süden, die Republik Korea, betreibt gegenüber ihren 48 Millionen Einwohnern ebenfalls eine Isolationspolitik: Sie dürfen mit ihrem direkten Nachbarland im Norden keinen Kontakt aufnehmen. „Große Truppenkontingente der Amerikaner sind in Südkorea stationiert.“ Zwar gibt es zwischen den beiden Landesteilen keinen Krieg im eigentlichen Sinn, aber die langen Jahre des gegenseitigen Misstrauens und der Ablehnung auf höchster Ebene belasteten auch heute noch die Beziehungen beider Bruderländer.

„Der Schmerz der Trennung steckt tief im Bewusstsein der Bevölkerung, vor allem bei jenen Menschen, deren Familien betroffen sind“, bestätigt P. Cuypers. „Hier wird er konkret spürbar, denn nicht wenige haben Angehörige auf beiden Seiten. Die sehr emotional geladenen Fernsehbilder der ersten, aber bis heute immer noch vereinzelten Begegnungen von Verwandten, gingen damals um die Welt.“

Der Priester wünscht für all diese Menschen, „dass es einmal in der Geschichte ein wieder vereinigtes Korea geben könnte. Zumindest aber doch zwei Staaten, die friedliche und freundschaftliche Beziehungen pflegen.“

Was eine Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea angeht, würdigt der Steylermissionar die zunehmende Zahl kleiner „Schritte der Annäherung“. Kooperation gebe es unter „Firmen im Grenzgebiet der beiden Staaten“ und dank einer vor kurzem eröffneten „Eisenbahnlinie von Seoul über Pjöngjang nach Sinúiju an der chinesischen Grenze“.

Für Friede und Versöhnung zwischen zerstrittenen Völkern brauche es Zeit: „Vertrauen entsteht in kleinen, oft schmerzhaften Schritten.“

Weltweit ist das Gebetsapostolat derzeit in rund 1.600 Bistümern verbreitet. Es wird in Rom von Pater van Doren SJ koordiniert und von den jeweiligen Nationalsekretären und Diözesandirektoren vor Ort organisiert. Rund 50 Millionen Laien, Ordensleute, Priester und Bischöfe aus aller Welt machen sich das monatliche Gebetsanliegen des Papstes zu Eigen.