Päpstliche Ritterorden und Auszeichnungen

Von Ulrich Nersinger

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ROM, 18. Mai 2007 (ZENIT.org).- Das „Annuario Pontificio“, das offizielle Päpstliche Jahrbuch, benennt fünf Ritterorden und zwei Auszeichnungen, die der Papst als weltlicher und geistlicher Souverän verleiht; zudem erwähnt es den „Ordine Equestre del Santo Sepolcro di Gerusalemme – Ritterorden vom Heiligen Grab in Jerusalem“ als „sotto la protezione della Santa Sede – unter dem Schutz des Heiligen Stuhls“ stehend.



Der „Christusorden“

An oberster Stelle der päpstlichen Ritterorden erscheint der „Christusorden“ („Ordine Supremo del Cristo“). Er wurde am 14. August 1318 durch den König von Portugal begründet und von Papst Johannes XXII. (Jacques Duèse, 1316-1334) am 14. März 1319 kraft der Apostolischen Konstitution „Ad ea, ex quibus“ bestätigt. Der neue Orden sollte an Stelle des von Papst Klemens V. (Bertrand de Got, 1305-1314) im Jahre 1312 aufgehobenen Templerordens treten. Doch schon 1499 wurden seine Mitglieder auf Geheiß Papst Alexanders VI. (Rodrigo da Borja, 1492-1503) von den feierlichen Ordensgelübden entbunden – bis dahin lebten die Ritter nach der Regel des heiligen Bernhard.

Der Orden verlor zur Gänze seinen monastischen Charakter und kam unter das direkte Patronat des Heiligen Stuhls. In der Folge teilte sich der Orden in einen päpstlichen und einen portugiesischen Zweig. Noch im 17. Jahrhundert stellte der König von Portugal das Tragen von Ordensinsignien, die von päpstlicher Seite verliehen worden waren, unter Strafe. Durch Papst Pius X. (Giuseppe Sarto, 1903-1914) wurde der Orden im Jahre 1905 einer Reform unterzogen.

Der Christusorden kennt nur eine Klasse und wird äußerst selten verliehen. Er war bis 1966 allein verdienstvollen katholischen Monarchen, Staatsoberhäuptern und besonders hohen Würdenträgern des Päpstlichen Hofs vorbehalten. Zwei der wenigen Ausnahmen, die von dieser Vorschrift gemacht wurden, waren die Verleihung an Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck (anlässlich der Beendigung des Kulturkampfes) und an den deutschen Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer.

Das feierliche Ordenszeichen besteht aus einer goldenen Kette, an dem, überhöht von einem Schild mit militärischen Trophäen und Krone, ein rotes lateinisches Kreuz mit einem daraufliegenden kleineren weißen Kreuz hängt. Dazu wird als Brustdekoration eine „Placca“ (Stern) getragen, die das von einem goldenen Lorbeerkranz umgebene Ordenskreuz zeigt. Die Uniform setzt sich aus einer roten geschlossenen Uniformjacke mit weißem goldbestickten Latz, weißem Kragen und ebensolchen Aufschlägen mit Goldstickerei, goldenen Epauletten, weißen Hosen mit Goldstreifen, weißen Seidenstrümpfen, schwarzen Schuhen mit goldenen Schnallen, einem Zweispitz mit weißem Federbesatz und päpstliche Kokarde sowie einem Degen zusammen. Die Verleihung geschah, wenn sie in Rom stattfand, zumeist durch den Kardinalstaatssekretär.

Mit dem Motu Proprio „Equestres Ordines“ vom 28. April 1966 verfügte Papst Paul VI. (Giovanni Battista Montini, 1963-1978), dass der Orden nur noch an bekennende katholische Staatsoberhäupter zu verleihen sei. Die Investitur habe in einer feierlichen religiösen Zeremonie in Anwesenheit des Papstes zu erfolgen; das Glaubensbekenntnis und ein Gelöbnis müssten abgelegt werden.

Der „Orden vom Goldenen Sporn“

Der Ursprung des „Ordens vom Goldenen Sporn“ („Ordine dello Speron d’Oro“, auch „Milizia Aurata“ genannt) liegt im Dunkeln. Der Legende nach soll Kaiser Konstantin der Große einen Ritterorden mit dem Namen „Goldene Miliz“ gegründet und Papst Silvester ihm die Regel des heiligen Basilius auferlegt haben. Für fast zweihunderte Jahre – von Pius IV. (Giovan Angelo de’ Medici, 1559-1565) bis Benedikt XIV. (Prospero Lambertini, 1740-1758) – war mit seiner Verleihung der Titel eines Lateranensischen Pfalzgrafen („Palatini et Aulae Nostrae Lateranensis Comes et Miles Nobilis“) gegeben. Einen gewissen Nobilitierungscharakter behielt er auch später noch bei. Die Milizia Aurata galt als päpstliche Würdigung der Verdienste bedeutsamer Personen aus der Welt der Künste. Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart, Christoph Willibald Gluck und Gaetano Donizetti gehörten ihm ebenso an wie der italienische Bildhauer Antonio Canova und der spanische Maler Luis de la Cruz.

Papst Gregor XVI. (Bartolomeo Alberto Mauro Cappellari, 1831-1846) legte mit dem Breve „Cum hominum mentes“ vom 11. Oktober 1841 die Zusammenlegung dieses Ordens mit dem des heiligen Silvesters fest. Pius X. nahm 1905 eine Reform vor und trennte die beiden Orden wieder voneinander. Er begrenzte die Zahl der Ordensträger auf hundert und schaffte alle mit der Auszeichnung verbundenen Nobilitierungsrechte definitiv ab. Paul VI. gab dem Orden eine besondere Exklusivität, indem er ihn mit dem Apostolischen Schreiben „Equestres Ordines“ vom 15. April 1966 als Auszeichnung den christlichen Monarchen und Staatsoberhäuptern vorbehielt.

Das Abzeichen des Ordens besteht aus einem goldenen, gelb emaillierten Malteserkreuz mit dem Monogramm der Muttergottes („MA“), unter dem sich ein goldener Sporn befindet; auf der Rückseite ist die Jahresangabe „MDCCCCV“ und die Inschrift „PIUS X RESTITUIT“ zu lesen. Die silberne Placca ist mit dem Ordenskreuz geschmückt. Die Uniform besteht aus einem geschlossenen, doppelt geknöpften roten Rock mit schwarzem Samtkragen und schwarzen Ärmelaufschlägen mit Goldrand, goldenen Epauletten, schwarzer Hose, Zweispitz mit doppelter Goldbordur und päpstlicher Kokarde, einem Degen, der an einen rotdurchwirkten Gürtel hängt, und schwarzen Schuhen mit goldenen Sporen.

Der „Piusorden“

Der „Piusorden“ („Ordine Piano“) geht in seinen Ursprüngen auf Pius IV. (Giovan Angelo de’ Medici, 1559-1565) zurück. In der heutigen Form wurde er von Papst Pius IX. am 17. Juni 1847 durch das Breve „Romanis Pontificibus“ begründet. Der Orden ist geordnet in: Kollar-Ritter, Großkreuz-Ritter, Komture mit Stern, Komture und Ritter. In früheren Zeiten war mit der Ernennung zum Kollar-Ritter die Erhebung in den Adelsstand verbunden, der in direkter Linie an den jeweiligen Erstgeborenen weitergegeben werden durfte, die beiden Komturklassen bewirkten eine nicht erbliche Nobilitierung. Pius XII. entschied sich dann am 11. November 1939 mit dem Schreiben „Litteris suis“ für eine Aufhebung dieser Gunsterweise.

Papst Paul VI. ordnete am 15. April 1966 an, dass die höchste Rangstufe des Ordens ausschließlich Monarchen und Staatsoberhäuptern vorbehalten bleiben soll – und zwar aus Anlass offizieller Staatsbesuche im Vatikan (so wurden u. a. die deutschen Bundespräsidenten Carstens und Weizsäcker in sie aufgenommen).

Der „Ordine Piano“ ist der einzige päpstliche Ritterorden, der kein Kreuz aufweist, damit er vom Papst auch an nichtkatholische und nichtchristliche Persönlichkeiten verliehen werden kann. Er setzt sich zusammen aus Kollar-Rittern, Großkreuz-Rittern, Komturen mit Stern, Komturen und Rittern.

Das Abzeichen des Ordens besteht aus einem achtstrahligen, mit schmalen goldenen Borten und Mittelstreifen versehenen dunkelblauen Stern, mit goldenen Flammen in den Winkeln und weißem Medaillon in der Mitte. Es trägt die Inschrift: „PIUS IX. VIRTUTI ET MERITO“. Die Uniform setzt sich aus einem dunkelblauem geschlossenen Frack mit reicher Goldstickerei, rotem Kragen und ebensolchen Aufschlägen mit Goldstickerei, goldenen Epauletten, dunkelblauen Hosen mit Goldbesatz, Zweispitz mit päpstlicher Kokarde und Degen zusammen.

Der „Orden des heiligen Gregors des Großen“

Papst Gregor XVI. schuf mit dem Breve „Quod summis quibusque“ vom 1. September 1831 den „Orden des heiligen Gregors des Großen“ („Ordine di San Gregorio Magno“) als Auszeichnung für loyale und verdienstvolle Bürger der Päpstlichen Staaten. Nach dem Untergang des alten Kirchenstaates galt die Aufnahme in ihm als Würdigung besonderer für den Heiligen Stuhl und die katholische Kirche geleistete Dienste. Auch er wurde durch Pius X. im Jahre 1905 einer Reform unterworfen. Der Orden ist in zwei Klassen unterteilt, in eine zivile und in eine militärische. Großkreuz-Ritter, Komture mit Stern, Komture und Ritter bilden die verschiedenen Rangstufen.

Das Ordenszeichen besteht aus einem achtzackigen, goldenen rotemaillierten Kreuz, auf der Vorderseite des blauen Mittelschildes befindet sich ein Bild des heiligen Gregors des Großen mit der Taube; auf der Rückseite steht die Inschrift „PRO DEO ET PRINCIPE“ und – in einem goldenen Kreis – „GREGORIUS XVI. P. M. ANNO 1“. Die Uniform setzt sich zusammen aus einem dunkelgrünen, vorne offenen Frack mit reicher Silberstickerei, Kragen und Aufschläge von derselben Farbe mit Silberstickerei, dunkelgrünen Hosen mit Silberstreifen, Zweispitz und Degen.

Der „Orden des heiligen Papstes Silvester“

Der „Orden des heiligen Papstes Silvester“ („Ordine di San Silvestro Papa“) wurde am 31. Oktober 1841 mit dem Apostolischen Schreiben „Cum hominum mentes“ von Papst Gregor XVI. begründet und am 7. Februar 1905 durch Pius X. reformiert. Er ist der rangniedrigste der fünf päpstlichen Ritterorden. Er verfügt nur über eine zivile Rangklasse: Großkreuz-Ritter, Komture mit Stern, Komture und Ritter.

Das Ordensabzeichen ist ein goldenes, weißemailliertes Malteserkreuz mit dem Bild und dem Namen Papst Silvesters („SANC. SYLVESTER P.M.“); auf der Rückseite ist das Papstwappen abgebildet und die beiden Daten der gregorianischen und pianischen Reform („MDCCCXLI-MDCCCCV“). Die Uniform besteht aus einer schwarzen geschlossenen Jacke mit Kragen und Aufschlägen aus Samt, die mit Goldstickereien besetzt sind, schwarzen Hosen mit Goldstreifen, Zweispitz und Degen.

Papst Johannes Paul II. beschloss am 25. Juli 1996, dass in den Pius-, Gregorius- und Silvesterorden auch Personen weiblichen Geschlechts aufgenommen werden können – als „Dame di Collare / Kollar-Damen“, „Dame di Gran Croce / Großkreuz-Damen“, „Dame di Commenda, con placca / Komtur-Damen mit Stern“, „Dame di Commenda / Komtur-Damen“ und „Dame / Damen“.

Das Vedienstkreuz „Pro Ecclesia et Pontifice“
und die Auszeihnung „Benemerenti“


Das Verdienstkreuz „Pro Ecclesia et Pontifice“ („Für Kirche und Papst“) stiftete Papst Leo XIII. (Gioacchino Pecci, 1878-1903) mit dem Apostolischen Schreiben „Quod singulari Dei concessa“ vom 17. Juli 1888 aus Anlaß der Feier seines Goldenen Priesterjubiläums. Das Kreuz wurde in Gold, Silber und Bronze verliehen. Die Gestaltung variiert von Pontifikat zu Pontifikat. Ursprünglich hing das Kreuz an einem roten, mit weißgelbweißen Streifen versehenen Band, seit 1973 dann an einem gelbweißen Band. Das Verdienstkreuz wird an der linken Brust getragen.

Die Auszeichnung „Benemerenti“ wurde erstmals unter Papst Pius VI. (Giannangelo Braschi, 1775-1799) verliehen. Bis zum Ende des alten Kirchenstaates diente sie ausschließlich als Auszeichnung für Leistungen in der päpstlichen Armee – Kämpfe in Ferrara, Bologna und Vicenza (1848), Zerschlagung der „Römischen Republik“ (1849). 1881 verlieh Papst Leo XIII. allen ehemaligen päpstlichen Zuaven, die im September 1870 für die Freiheit des Heiligen Stuhles gefochten hatten dieses Verdienstzeichen. Gestaltung und Klassifizierung variierten im Laufe der Zeit; im 20. Jahrhundert hing die nach Pontifikat und Anlass verschieden gefertigte Medaille an einem gelbweißen Band und wurde bzw. wird an der Brust getragen.

„Pro Ecclesia et Pontifice“ und „Benemerenti“ sind Auszeichnungen, die Männer und Frauen gleichermaßen erhalten; sie werden – im Gegensatz zu den päpstlichen Ritterorden – auch an Personen des Ordensstandes (Patres, Brüder und Schwestern) verliehen.

Aus Anlass der 500-Jahr-Feier der Schweizergarde erhielten 2006 alle aktiven Angehörigen der päpstlichen Leibwache eine Messing vergoldete, an einem gelbweißen Band hängende Gedenkmedaille verliehen. Sie zeigt auf der Vorderseite eine Szene der Vereidigung auf dem Petersplatz und das Gardemotto „ACRITER ET FIDELITER“ („Tapfer uns treu“); auf der Rückseite befinden sich die Portraits Julius’ II. (Giuliano della Rovere, 1503-1513), des Gründers der Garde, und Benedikts XVI., des regierenden Papstes, sowie die Jahreszahlen 1506 und 2006.

Der „Ritterorden vom Heiligen Grab in Jerusalem“

Der „Ritterorden vom Heiligen Grab in Jerusalem“ kann seinen Ursprung bis in die Zeit der Kreuzzüge zurückverfolgen und hängt mit der damals entstandenen Gewohnheit zusammen, den Ritterschlag am Heiligen Grab in Jerusalem zu empfangen. Papst Alexander VI. erklärte sich zum Großmeister des Ordens und übertrug den Franziskanern in Jerusalem das Recht, in seinem Namen und dem der Römischen Kirche den Ritterschlag zu erteilen. Von Benedikt XIV. wurde durch die Bulle „In supremo militantis Ecclesiae“ vom 7. Januar 1746 eine Neueinrichtung des Ordens herbeigeführt. Paul VI. approbierte 1977 neue Statuten. 1994 bestimmte Papst Johannes Paul II. die Muttergottes, die Königin von Palästina, zur Patronin des Ordens.

Im Internet findet sich auf der Homepage des Ordens eine kurzgefasste Selbstdarstellung: „Der Orden ist juristische Person des kanonischen Rechts und des Vatikanstaates. Er steht unter dem Schutz des Heiligen Stuhles. Er wird durch den Kardinal-Großmeister in Rom geleitet. Der Lateinische Patriarch in Jerusalem ist Großprior des Ordens. Bei der Leitung des Ordens wird der Kardinal-Großmeister durch das Großmeisteramt und dessen Präsidium in Rom unterstützt sowie durch die Consulta, einem Beratungsgremium, dem u. a. alle Statthalter angehören. Der Orden wird vor Gericht durch den vom Kardinal-Großmeister ernannten Generalgouverneur vertreten. Der juristische Sitz des Ordens ist im Vatikanstaat, der Sitz der geistlichen Aktivitäten das Kloster neben der Kirche San Onofrio al Gianicolo in Rom, der Sitz des Großmeisters ist im Palazzo della Rovere an der Via della Conciliazione in Rom. Die Statthaltereien werden durch einen Statthalter geleitet, der dem Laienstand angehört. Dem aus den bischöflichen Mitgliedern erwählten Großprior der Statthalterei obliegt die geistliche Führung, er vertritt den Statthalter bei dessen Verhinderung. Der Statthalter wird durch den Statthaltereirat unterstützt, der aus dem Kanzler, Sekretär, Schatzmeister, dem Geistlichen Zeremoniar und dem Weltlichen Zeremoniar sowie aus einer kleinen Zahl weiterer Ordensmitglieder besteht. Die Amtsdauer beträgt jeweils 4 Jahre . . . Das Wappen des Ordens ist das traditionelle rote fünffache Jerusalemkreuz auf silbernem Grund. Das Leitmotiv des Ordens lautet: ‚Deus lo vult – Gott will es’.

Die Ordensinsignien sind je nach Klasse und Rangstufe unterschiedlich. Die Rangstufen im Ritterorden sind: Ritter / Dame, Komtur / Komtur-Dame, Komtur mit Stern / Komtur-Dame mit Stern, Großkreuz-Ritter / Großkreuz-Dame, Kollarritter / Kollardame. Die Ordenskleidung ist für Ritter ein langer Mantel aus elfenbeinweißem Tuch mit dem fünffachen roten Jerusalemkreuz unter der linken Schulter sowie ein schwarzes Barett, für Damen ein schwarzer Mantel mit dem fünffachen roten Jerusalemkreuz und ein schwarzer Schleier“.

Die Verleihung päpstlicher Orden und Ehrenzeichen

Wer erhält heutzutage päpstliche Orden und Ehrenzeichen? Wird eine Verleihung nicht gemäß internationaler diplomatischer Gepflogenheiten bei offiziellen Besuchen von Monarchen oder Staatsoberhäuptern vorgenommen, muss sich der Auszuzeichnende um die Kirche besondere Verdienste erworben haben. Seine Leistungen sollen das gewöhnliche Maß überstiegen haben und von beeindruckender Beispielhaftigkeit gewesen sein. Für eine eventuelle Verleihung ist in der Regel der jeweilige Ortsbischof der Ansprechpartner. Antragsteller können die Pfarrgeistlichen oder katholische Organisationen und Vereine sein. Über den zuständigen Apostolischen Nuntius (Botschafter des Vatikans) wird das Gesuch an das Päpstliche Staatssekretariat weitergeleitet. Der Nuntius holt im Lande selber Informationen zur Person und zum Wirken des Auszuzeichnenden ein; das Staatssekretariat erkundigt sich dann bei den römischen Behörden, ob irgendetwas gegen eine Verleihung spricht. Für die Verleihung wird, außer sie geht auf den Papst persönlich zurück, von der Diözese, die sie beantragt hat, eine Taxe erhoben.

Die Aufnahme in einen Ritterorden des Heiligen Stuhls geschieht durch ein Apostolisches Schreiben. Beim Christusorden, dem Orden vom Goldenen Sporn und der Ernennung zum Kollar-Ritter des Piusordens (sowie häufig auch bei der Ernennung zum Großkreuz-Ritter der übrigen Orden) trägt es die persönliche Unterschrift des Papstes; alle anderen werden mit dem Namenszug des Kardinalstaatssekretärs ausgefertigt. Der päpstlichen Ernennungsurkunde werden die Statuten des jeweiligen Ritterordens beigefügt, ebenso eine ausführliche Beschreibung der Uniform und die Modalitäten, wann und wo die Uniform bzw. die Ordensabzeichen zu tragen sind. Die Berufung in einen päpstlichen Ritterorden wird im offiziellen Amtsblatt des Heiligen Stuhls, den „Acta Apostolicae Sedis“, publiziert.