Päpstlicher Rat für den Interreligiösen Dialog beruft in Wien tätigen Steyler Missionar in den Vatikan

P. Dr. Markus Solo Kewuta SVD wird sich dem christlich-islamischen Dialog widmen

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ROM/WIEN, 29. März 2007 (ZENIT.org).- Der Päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog hat den Steyler Missionar P. Dr. Markus Solo Kewuta SVD ab Juli 2007 als Mitarbeiter in den Vatikan eingeladen. Er soll den interreligiösen Dialog in Asien begleiten und sich dabei insbesondere mit dem Islam auseinandersetzen.



Der 39-jährige Ordenspriester stammt aus Hokeng im Osten der indonesischen Insel Flores. Seit 2005 wirkte er in Wien und widmete sich dem Dialog mit den Muslimen in der Erzdiözese Wien, seit 2006 als Rektor des Afro Asiatischen Instituts.

Wie die Steyler Missionare berichteten, soll die neue Aufgabe in Rom in der Begleitung des christlich-islamischen Dialogs im asiatischen Raum bestehen. Seine Herkunft aus Indonesien, dem größten muslimischen Land der Welt, sowie seine Sprachkenntnisse und theologische Ausrichtung werden vom Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog als günstige Bedingungen für diese Arbeit angesehen.

„Wir sind mit islamischen Zentren, Gemeinden und Vereinen in Kontakt getreten. Es ging dabei vor allem um das gegenseitige Kennenlernen. Die Transparenz ist bei solchen Kontakten von größter Wichtigkeit“, kommentiert Pater Solo seine Arbeit in der Erzdiözese Wien.

Kontakte ermöglichen Freundschaften und Offenheit: „Wir leben in interkulturellen Beziehungen. Wenn die Menschen in Ghettos oder Parallelgesellschaften leben, besteht eine größere Gefahr von Gewalttätigkeit und überzogenen Ansprüchen bis hin zu fundamentalistischen Haltungen.“

Eine Gefahr für das interkulturelle Zusammenleben unserer Gesellschaften sieht Pater Solo „in einer Tendenz zur Selbstgenügsamkeit, die den anderen nicht braucht. Aber wir leben in einem Weltdorf, im ‚global village‘, in dem die vielen Religionen und Kulturen nicht mehr vermieden werden können. Wer glaubt, in einer solch vielfältigen Gesellschaft die anderen nicht zu brauchen, lebt in einer falschen Weltvorstellung. Um das Miteinander gestalten zu können, braucht es eine Haltung der Abhängigkeit vom anderen.“

Die Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare, die aus Brüdern und Priestern besteht, wurde 1875 vom heiligen Arnold Janssen gegründet. Der Name, unter dem die Angehörigen der Gesellschaft des Göttlichen Wortes („Societas Verbi Divini“, SVD) besser bekannt sind, geht auf den Ort zurück, in dem das erste Missionshaus stand, auf das niederländische Steyl. 1879 wurden die ersten Missionare, darunter der heilige Josef Freinademetz, nach China ausgesandt. Im Zuge der Missionsbegeisterung des ausgehenden 19. Jahrhunderts wuchs der neue Missionsorden rasch an. Heute zählt die Gemeinschaft über 6.000 Mitglieder mit Niederlassungen in 69 Ländern. Zur Steyler Ordensfamilie gehören auch die Steyler Missionsschwestern und die Steyler Anbetungsschwestern.