Päpstlicher Rat für die Familie warnt vor der Destabilisierung der Familie und den Risiken der Genmanipulation

Neues Dokument zum Thema "Familie und menschliche Fortpflanzung"

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ROM, 6. Juni 2006 (ZENIT.org).- In einem heute, Dienstag, im Vatikan vorgestellten Dokument analysiert der Päpstliche Rat für die Familie das Thema "Familie und menschliche Fortpflanzung". Der Rat stellt heraus, dass aus radikalen Denkströmungen neue Modelle für die Familie entstanden sind.



"Noch nie zuvor ist die naturgegebene Institution der Ehe und der Familie Opfer derartig gewaltiger Angriffe gewesen", heißt es in dem neuen Dokument, in dem sich der Päpstliche Rat eindeutig gegen die Tendenz zur gesetzlichen Gleichstellung von Lebensgemeinschaften Unverheirateter oder Homosexueller mit Eheleuten ausspricht. Es werde dadurch nur die Destabilisierung der Ehe und der Familien vorangetrieben, wird gewarnt.

Heutzutage sei eine starke Verteidigung von alternativen Familienmodellen zu bemerken. Konkret gehe es dabei um Familien mit nur einem Elternteil, um Familien, in denen die Elternteile aus einer anderen, früher bestehenden Bindung kämen, sowie um homosexuelle und lesbische Formen von Familie. "Homosexuelle Paare beanspruchen jene Rechte, die Eheleuten vorbehalten sind; sie fordern sogar das Adoptionsrecht ein." Frauen, die in einer lesbischen Beziehung lebten, verlangten ebenfalls nach solchen Rechten. Außerdem würden Gesetze gefordert, die gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften den Zugang zur heterologen Insemination beziehungsweise zur Implantation von Embryonen ermöglichen.

Angesichts dieser Entwicklungen und der damit verbundenen Gefährdung der Familie bekräftigt der Päpstliche Rat für die Familie, dass "nur die Liebe zwischen Mann und Frau die Grundlage der Ehe und der menschlichen Familie darstellt, die den Kindern das Leben schenkt und sie zum sozialen Leben erzieht… Mann und Frau sind die zur Vater- und Mutterschaft berufenen Eltern – und dies in einer Weise, die alle anderen Formen der Weitergabe des Lebens in der Welt übertrifft."

Das Dokument geht auch auf das Drama der Abtreibung ein. "Die Abtreibung zu banalisieren, würde aus einem Verbrechen ein Recht machen." Dies geschehe auch dadurch, dass der Gesetzgeber dieses verabscheuungswürdige Verbrechen nicht unter Strafe stelle. "Sich auf dieser Linie zu bewegen bedeutet, in Zweifel zu ziehen oder zu leugnen, dass das Verbrechen eben aufgrund der Tatsache, dass es ein Verbrechen ist, eine Strafe nach sich zieht." Es sei nicht zu erklären, dass ein Verbrechen unbestraft bleibe. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Enzyklika Evangelium vitae von Papst Johannes Paul II. verwiesen, wo es heißt: "Kein Umstand, kein Zweck, kein Gesetz wird jemals eine Handlung für die Welt statthaft machen können, die in sich unerlaubt ist, weil sie dem Gesetz Gottes widerspricht, das jedem Menschen ins Herz geschrieben, mit Hilfe der Vernunft selbst erkennbar und von der Kirche verkündet worden ist" (62).

Das Dikasterium warnt schließlich vor dem Risiko der Genmanipulation sowohl hinsichtlich des "Gebrauchs von Embryonen" als auch in Bezug auf die Praxis der künstlichen Befruchtung beziehungsweise der In-vitro-Fertilisation.