Päpstlicher Rat für Gerechtigkeit und Frieden legt Dekalog über Moral und Umwelt vor

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ROM, 9. November 2005 (ZENIT.org).- Auf dem Kongress \"Ethik und Umwelt\" in Rom wurde in dieser Woche ein Dekalog vorgestellt, der auf den Aussagen der kirchlichen Soziallehre zu Fragen der Umwelt beruht.



Im Rahmen der Veranstaltung erklärte Kardinal Renato Martino, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, dass die Umweltfrage nichts anderes als eine moderne Form der sozialen Frage sei. Bischof Giampaolo Crepaldi, Sekretär des genannten Päpstlichen Rates, fasste anschließend die kirchliche Lehre über die Umwelt zusammen. Sie wird im zehnten Kapitel des derzeit noch nicht auf Deutsch erhältlichen \"Kompendiums der Soziallehre der Kirche\" dargelegt. Hier eine Zusammenfassung:

1.) Die Bibel muss die grundlegenden moralischen Prinzipien des göttlichen Ratschlusses über die Beziehung zwischen Mensch und Schöpfung vorgeben.

2.) Es ist notwendig, ein ökologisches Bewusstsein der Verantwortung für Schöpfung und Menschheit zu entwickeln.

3.) Die Frage der Umwelt, die ein Gut ist, an dem alle teilhaben, betrifft den ganzen Planeten.

4.) Es ist notwendig, den Vorrang der Moral und der Menschenrechte vor der Technologie zu bekräftigen.

5.) Die Natur darf nicht als etwas betrachtet werden, das in sich göttlich wäre. Sie entzieht sich deshalb auch nicht dem menschlichen Tun.

6.) Die Güter der Erde wurden von Gott zum Wohl aller Menschen geschaffen. Es ist notwendig, die universale Bestimmung der Güter zu betonen.

7.) Man muss zusammenarbeiten, um eine geordnete Entwicklung der ärmsten Regionen zu fördern.

8.) In den verschiedenen Gesetzgebungen müssen die internationale Zusammenarbeit sowie das Recht auf Entwicklung, auf eine gesunde Umwelt und auf Frieden berücksichtigt werden.

9.) Es ist notwendig, neue Lebensstile anzunehmen, die vor allem bescheidener sind.

10.) Man muss eine spirituelle Antwort geben, die nicht in der Anbetung der Natur besteht.