Päpstliches Monatsanliegen II: Die Jungfrau Maria, Königin der Apostel

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ROM, 2. Mai 2008 (ZENIT.org).- Die missionarische Gebetsmeinung des Heiligen Vaters für den Monat Mai lautet: „Wir beten, dass die Gottesmutter Maria alle Missionarinnen und Missionare auch heute mit ihrer mütterlichen Liebe begleite, wie einst die Apostel in den Anfängen der Kirche.“



Die Jungfrau Maria – Mutter, Vorbild und Verwirklichung der Kirche – ist für die Gläubigen, so wird in einem Kommentar der Nachrichtenagentur „Fides“ der Kongregation für die Evangelisierung der Völker erklärt, Schwester und Mutter zugleich, „denn sie ist das erhabenste Glied des Mystischen Leibes Christi“ und Mutter der Kirche. Außerdem ist Maria Lehrerin des Gebetes für die Kirche, wie im Konzilsdekret über die Missionstätigkeit der Kirche, Ad gentes, ausgeführt wird.

„Es gibt keine wahre Mission ohne das Gebet, denn wir wissen, dass das Reich Gottes nur durch die Gnade Gottes selbst gegenwärtig wird. (vgl. AG 42). Jesus lehrt uns zu beten: Dein Reich komme. Maria hat dieses Gebet des Sohnes übernommen und es sich zu Eigen gemacht und an die entstehende Kirche weitergegeben, damit sie die Sendung des Herrn fortführen sollte.“ Beim missionarischen Gebetsanliegen gehe es somit darum, dafür zu beten, dass alle Missionare „Maria als Modell für das eigene Leben erkennen“.

Die Muttergottes „hat sich dem Werk des Sohns ganz hingegeben und in der Stille des Gebetes das Wort zum Fleisch gemacht und es den Menschen geschenkt. Ihre mütterliche Liebe sei den Männern und Frauen, die sich in den Missionen in den Dienst des Evangeliums stellen, Trost und Stärkung.“

Durch das Wirken des Heiligen Geistes habe Maria das Wort in ihrem jungfräulichen Schoß empfangen. „Bewegt vom selben Geist, dem Herz der Mission, machte sie sich auf dem Weg in die Berge, denn sie empfand in ihrem Herzen das Drängen der Liebe, die in ihrem Schoß Fleisch geworden war. Sie wollte das Evangelium Gottes zu Elisabeth tragen: Jesus, der den kleinen Johannes im Leib seiner Mutter vor Freude hüpfen ließ.“

Und nach dem Kreuzestod Jesu Christi „versammelte Maria mit mütterlichem Herzen und mütterlicher Liebe die Apostel um sich, die vor dem Skandal des Kreuzes auseinandergeströmt waren. Sie lehrte sie, wie sie sich dem Geist gefügig machen sollten, den Jesus versprochen hatte, bevor er in den Himmel aufgefahren war. Und an Pfingsten kamen die Feuerzungen auf sie herab, und sie waren erfüllt vom Heiligen Geist.“

In diesem Geist konnten sie den Menschen ihrer Zeit furchtlos die Osterbotschaft verkünden: „Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr ans Holz gehängt und ermordet habt. Ihn hat Gott als Herrscher und Retter an seine rechte Seite erhoben, um Israel die Umkehr und Vergebung der Sünden zu schenken. Zeugen dieser Ereignisse sind wir und der Heilige Geist, den Gott allen verliehen hat, die ihm gehorchen“ (Apg 5,30).

„Die Jungfrau Maria, die mit mütterlicher Fürsorge den Weg der Kirche in ihren Anfängen begleitet hat, möge unsere Schritte auch in diesem unserem Zeitalter leiten und für uns ein neues Pfingsten der Liebe erwirken“, schreibt Papst Benedikt XVI. in seiner Botschaft zum Weltmissionssonntag 2007. „Sie möge uns vor allem bewusst machen, dass wir alle Missionare sind, also vom Herrn gesandt, um seine Zeugen zu sein in jedem Augenblick unseres Lebens.“