Päpstliches Zimmer in El Cobre: Beispielhaft schlicht

Benedikt XVI. wird im Priesterhaus untergebracht sein

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Von Araceli Cantero Guibert

EL COBRE, 27. März 2012 (ZENIT.org). - Ein Bett ohne Kopfende mit einer beigefarbenen Überdecke, ein Kreuz an der Wand, ein Nachttisch mit Lämpchen und ein kleiner Tisch fürs Telefon – so ist das Zimmer eingerichtet, in das sich Benedikt XVI. während seines Aufenthalts im Priesterhaus, das nahe der Wallfahrtskirche von El Cobre, Kuba, gelegen ist, zur Nachtruhe zurückziehen wird.

Der Raum ist klimatisiert, das Fenster geschlossen und mit hellgrün- bzw. beigefarbenen Gardinen behängt. Eine Seitentür führt ins anliegende Badezimmer.

Wenn Benedikt XVI. aus seinem Zimmer heraustritt, trifft er auf einen angrenzenden Flur, der zu einem kleinen Innenhof führt, der von Licht durchflutet ist, das von oben durch ein großes Dachfenster in hellgrünem Ton einfällt.

Auf der rechten Seite des Flurs befindet sich der Haupteingang, zu dem linker Hand ein kleines Empfangszimmer liegt, das mit einem Sofa und drei Lehnstühlen in hellfarbenem Ton ausgestattet ist. Rechter Hand des Eingangs befindet sich der Gästespeisesaal, der bis zu zwanzig Personen Platz bieten kann.

Im hinteren Teil des Hauses liegt ein privater Speisesaal, weitere vier Zimmer und eine Küche.

Zwei Tage vor Ankunft des Papstes führten die kanadischen Ordensfrauen mit den Küchenteams Kochexperimente durch.

Schwester Patrizia hat schon 1998 beim Besuch Johannes Pauls II. in Kuba für diesen gekocht. Sie bereitete damals das Abschiedsessen zu, an dem 85 Personen teilnahmen. Ihrer Aussage nach sei ihr die in der Nuntiatur gesammelte Erfahrung von Hilfe. Darüber hinaus war sie 1986 beim „Nationalen Kirchentreff in Kuba“ (ENEC) Küchenchefin. Bei der Gelegenheit hatten sich Stellvertreter aus ganz Kuba im in Havanna gelegenen, heutigen Priesterhaus „Félix Varela“ versammelt.

Im Haus, in dem der Papst seit dem Abend des 26. März logierte, stand ihr Schwester Colette Rodriguez bei einigen Küchenexperimenten zur Seite. Auch sie wird für Benedikt XVI. kochen.

Die Kapelle, die dem Heiligen Vater zur Verfügung steht, ist auch Anlaufpunkt für die Bewohner des angrenzenden Hauses der Begegnung, dem ehemaligen Priesterseminar, das dem hl. Basilius gewidmet ist. Man hat den Kreuzweg, die Buntglasfenster und das Dach erneuert, die Sitzbänke lackiert und den Boden gereinigt. Ebenso hat man die Zimmer im Haus der Begegnung renoviert. Hier logieren die im Gefolge des Heiligen Vaters anreisenden Personen.

Jedes Mal wenn Benedikt XVI. von seiner Unterkunft aus zur Kapelle hinübergeht, wird die Wallfahrtskirche von El Cobre im Hintergrund in seinem Blickfeld liegen. Dort verrichtet er am Morgen des 27. März vor der Jungfrau ein privates Gebet.

Das Haus, in dem der Heilige Vater logieren wird, ist nicht für ihn gebaut worden, sondern ist Teil eines Renovierungsprojekts, das die Wallfahrtskirche und die ihr naheliegenden Gebäude umfasst. Es zählt zu diesen Anbauten und ist für Priester im Ruhestand bestimmt. Das besagte Projekt entstand aus Anlass der 400-Jahr-Feier der Wiederauffindung des Marienbildes der Barmherzigen Jungfrau von El Cobre (Virgen de la Caridad del Cobre) und wurde in Angriff genommen, ehe man davon wusste, dass der Heilige Vater die Wallfahrtskirche als Pilger der Barmherzigkeit besuchen würde.

Fausto Veloz García ist Leiter des Erzbischöflichen Investitionsbüros von Santiago de Cuba und hat die Umbauarbeiten in der Wallfahrtskirche und den ihr nahegelegenen Gebäuden überwacht.

Während er auf die sich noch in Bau befindlichen Nebenhäuser hinwies, meinte er: „Es ist für mich eine Ehre, es macht mich stolz und ich bin überaus froh, an dem Baukomplex gearbeitet zu haben, der dem Papst hier in El Cobre einen angenehmen Aufenthalt bereiten wird“.

Auch Julio César, einer der am Projekt beschäftigten Arbeiter, zeigte sich zufrieden über die Möglichkeit, an diesem Werk mit anzupacken und „auf diese Weise Papst Benedikt willkommen zu heißen, indem er den Wallfahrtsort von El Cobre schöner antrifft“. Ebenso zeigte sich sein Kollege Danny zuversichtlich, beim Besuch einen Blick auf den Papst werfen zu können.

Neben dem für Priester bestimmten Haus, das schon fertiggestellt ist, gehören zu dem Projekt insgesamt elf weitere einfache Zementhäuser mit roten Ziegeldächern, ein Kulturzentrum und eine Kapelle, alles in allem Platz für bis zu 120 Personen. Es wurde auch ein Hilfsgebäude errichtet, das für Lagerzwecke dient. Man hofft, dass dieser Teil der Konstruktion fertiggestellt sein wird, ehe das Marianische Jubiläumsjahr vorüber ist.

[Übersetzung des spanischen Originals von P. Thomas Fox LC]