Papstreliquien auf Weltreise

Prälat Slawomir Oder über Hintergründe

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 357 klicks

Der Postulator des Heiligsprechungsprozesses von Johannes Paul II., Prälat Slawomir Oder, sprach mit Radio Vatikan in einem Interview über die Reliquien von Johannes Paul II., die derzeit auf einer Reise durch die Länder der Welt seien, so wie der Papst selber zu Lebzeiten, so Oder. Bezüglich der Initiative, die Reliquien auf die Reise zu schicken, sagte er:

„Die Initiative ist spontan entstanden. Das erste Mal wurde das Zeigen der Reliquien durch den Weltjugendtag in Madrid vorangetrieben: Die Jugendlichen wollten ein berührbares Zeichen dieses Mannes haben, der vielen bleibend zu einem Vater geworden ist, und der ohne Zweifel zum Vater und – nach dem Willen des Papstes – zum Patron des Weltjugendtags geworden ist. Diese Peregrinatio hat dann etwas ganz außerordentliches in Bewegung gesetzt: Es ging dann weiter nach Mexiko – das war ja auch das Ziel der ersten Apostolischen Reise von Papst Johannes Paul II.; dann ging es weiter durch die Länder Süd- und Nordamerikas, Afrikas, Europas usw. Diese Wallfahrt setzt sich noch immer fort.“

An den Ankunfts- und Ausstellungsorten der Reliquien komme es weltweit zu Bekehrungen, so Oder weiter. Die Menschen beten an den Reliquien und bitten um das Beichtsakrament. In der christlichen Symbollehre bedeute das Blut vor allem Leben und Vitalität und sei eine Einladung, die Fülle des Lebens zu erleben.

„Johannes Paul II. ist ein Heiliger, der die Fülle des Lebens gelebt hat und zwar in der Freiheit der Kinder Gottes. Und ich denke, gerade die Freiheit ist charakteristisch für das Leben von Johannes Paul II. Eine Freiheit, die aus der Gegenwart Gottes entsteht. Er selbst sagte: Der Mensch in der Gegenwart Gottes ist ein freier Mensch, und er hat nichts zu fürchten.“

Bezüglich der Anerkennung des zweiten für die Heiligsprechung notwendigen Wunders, der Heilung einer kranken Frau, äußerte sich Oder über die Hintergründe:

„Im Rahmen des Prozesses sind mir mehrere Zehntausend erhörte Gebete mitgeteilt worden, die auf die Fürsprache von Johannes Paul II. zurückgeführt werden. Jedes einzelne erhörte Gebet ist sicherlich wichtig für diejenigen, die sein Wirken in schwierigen Zeiten erfahren haben. Dennoch entsprechen nicht alle genau den Kriterien, die kirchenrechtlich bei einem solchen Wunder gelten. Das Wunder muss in einer vollständigen, sofortigen und bleibenden Heilung bestehen, die ohne Zweifel auf die Fürsprache des Heiligen zurückgeführt werden kann. Und im Fall von Frau Floribeth aus Costa Rica habe ich alle Bedingungen erfüllt gesehen, was dann von der nachfolgenden Überprüfung bestätigt wurde.“