Papua-Neuguinea: Ordensfrauen im Kampf gegen Zwangsehen und Kinderhandel

Gegen traditionelle Formen des Verkaufs von Mädchen

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KÖNIGSTEIN, 19. April 2012 (ZENIT.org). - „Ein großes Problem in Papua-Neuguinea sind Zwangsehen. Schon 13- bis14-Jährige werden verkauft. Diese Einstellung wollen wir verändern.“ So beschreibt Schwester Maria del Sagrario im Gespräch mit dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ die Arbeit ihrer Gemeinschaft in der Diözese Vanimo.

In dieser abgelegenen und wenig entwickelten Region im Nordwesten Papua-Neuguineas unterhalten die „Dienerinnen des Herrn und der Jungfrau von Matará“ (SSVM) ein Haus für junge Frauen. Gegenwärtig wohnen dort nach den Worten von Schwester Maria del Sagrario 19 Mädchen im Alter von 13 bis 19 Jahren. Geschickt würden sie von den Eltern, die die traditionelle Form der Zwangsheirat ablehnten. „Kirche in Not“ unterstützt die Initiative: Gegenwärtig wird das Haus in Vanimo deutlich erweitert, weil es weder den Mädchen noch den Ordensfrauen ausreichend Platz bietet; bisher verfügen die Schwestern nur über einen einzigen Raum.

Große Gebiete Papua-Neuguineas sind nach den Worten von Schwester Maria del Sagrario bis heute wenig erschlossen; uralte Traditionen lebten fort; etwa der Brauch, minderjährige Mädchen an ehewillige Männer zu verkaufen. Als Zahlungsmittel dienten Schweine oder andere Haustiere. Diese Sitte sei auch unter Gläubigen verbreitet. „Zwar gibt es zahlreiche Christen, doch ist die Kultur des Landes noch längst nicht vom Evangelium geprägt“, so die Ordensfrau. Für die Schwestern gibt es darauf nur eine Antwort: christliche Bildung, vor allem für Mädchen.

Die „Dienerinnen des Herrn und der Jungfrau von Matará“ wurden 1981 in Argentinien gegründet. Einige „Matará“-Schwestern leben kontemplativ, sie widmen sich ausschließlich dem Gebet, um so ihre Mitschwestern zu unterstützen, die sich um sozial-karitative wie pastorale Initiativen kümmern. Durch ihre zurückgezogene, ganz dem Dienst am Nächsten geprägte Lebensweise wollen sie an die Frauen erinnern, die Jesus Christus bis zu dessen Tod begleiteten und unter dem Kreuz ausharrten. Die Schwestern tragen ein Brustkreuz, das neben dem Gekreuzigten vielerlei Symbole aufweist. Es ist einer Schnitzerei der „Matará“, Eingeborenen im Norden Argentiniens in der Nähe der heutigen Stadt Santiago del Estero, aus dem späten 15. Jahrhundert nachempfunden. In Papua-Neuguinea wirken zurzeit 6 „Matará“-Schwestern.