Parlament der Weltreligionen in Melbourne provoziert Atheisten

Stiftung wollte selbst Gelder für Atheisten-Kongress

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MELBOURNE, 30. November 2009 (ZENIT.org).- Durch das Parlament der Weltreligionen, das von diesem Donnerstag an im australischen Melbourne tagt (ZENIT berichtete), sehen sich offenbar australische Atheisten herausgefordert. Die Atheistische Stiftung von Australien hat der Regierung des australischen Bundesstaates Victoria, dessen Hauptstadt Melbourne ist, Diskriminierung vorgeworfen.

Die organisierten Atheisten begründeten dies mit der Unterstützung der Religionskonferenz durch einen Zuschuss von zwei Millionen australischen Dollar, umgerechnet mehr als 1,2 Millionen Euro. Weitere 500.000 australische Dollar fliessen aus der Stadtkasse von Melbourne.Zuvor war die Atheistische Stiftung mit einem Zuschuss-Antrag in Höhe von 270.000 australischen Dollar für ihre eigene Konferenz Anfang 2010 gescheitert.

Da half auch das Argument des Stiftungspräsidenten David Nicholls nichts, dass die Konferenz Akademiker und Intellektuelle von Weltruf nach Melbourne bringe. „Wenn wir die katholische Kirche wären, würden sie an mir dran hängen und uns das Geld bündelweise zustecken. Das ist eine ideologische Entscheidung", wird der Stiftungsleiter in der australischen Zeitung The Age zitiert.

Der Regierungssprecher von Victoria, Luke Enright, verwahrt sich aber gegen den Vorwurf der Diskriminierung und führt formale Voraussetzungen ins Feld, an denen die Bewerbung gescheitert sei: "Die Entscheidung, diese Konferenz nicht zu unterstützen, hat nichts mit religiöser Weltanschauung zu tun, denn der Kongress erfüllt einfach nicht die Kriterien, die der Erteilung staatlicher Zuschüsse zugrunde liegen."

Inzwischen findet die Klage auch Nachhall in einer öffentlichen Debatte in Australien. Die Abgeordnete der australischen Grünen, Colleen Hartland, wirft der Regierung „widerwärtige religiöse Borniertheit" vor. Der Baptistenpfarrer Tim Costello, eine australische Autorität, hebt die Bedeutung des Parlaments der Weltreligionen hervor, da „90 Prozent der Welt tief religiös" sei. Die Regierung von Victoria betont, dass die Religions-Konferenz die Vielfalt in ihrem Bundesstaat herausstelle. (mk)