Parlament der Weltreligionen kommt in Melbourne zusammen

Erzbischof Hart von Melbourne: Rechenschaft über unsere Hoffnung ablegen

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Michaela Koller

MELBOURNE, 20. November 2009 (ZENIT.org).-Im australischen Melbourne wird vom 3. bis 9. Dezember der Kongress der Weltreligionen stattfinden, an dem auch Vertreter der katholischen Kirche sich beteiligen. Wie der Erzbischof von Melbourne, Denis Hart, gegenüber dem australischen katholischen Informationsdienst CathNews erklärte dazu: "Wir möchten uns natürlich auf Menschen anderen Glaubens einlassen und versuchen sie zu verstehen, um uns zu versichern, dass unsere Beziehung zu ihnen harmonisch und friedlich sind und ihr Menschenrecht auf Glaubensfreiheit geachtet wird, in dem Maße, wie wir wünschen, dass man uns respektiere", sagte Erzbischof Hart.

„Zugleich", fuhr der Erzbischof fort, „merken wir uns auch immer, dass wir dazu beauftragt sind, fortgesetzt über unseren Glauben an Jesus Christus Zeugnis abzulegen als die wahre und einzige Offenbarung Gottes, als unseren Erlöser und als denjenigen, der uns zu wahrer Heiligkeit und Gemeinschaft mit Gott führen kann."

Wo Wahrheit und Heiligkeit in anderen Religionen sei, erkenne dies die Kirche an, und nehme dies Hart zufolge als eine Gelegenheit im Dialog, um zu bezeugen, dass Wahrheit und Heiligkeit, wo es sie auch immer gibt, letztlich in Jesus Christus wurzeln. „Unser Dialog mit Menschen anderen Glaubens gibt uns zudem die Gelegenheit, Rechenschaft über unsere Hoffnung auf das Heil durch Jesus abzulegen", sagte der Oberhirte von Melbourne.

Der Erzbischof betonte zudem, dass wahrer Dialog bedeute, zuzuhören und zugleich etwas zu sagen zu haben. Zudem müssten Katholiken immer standhaft in ihren Glaubensgrundlagen sein und sich vor allem, was dem widerspricht, bewahren. „So können wir uns der Möglichkeit öffnen, dass Gott uns durch die Begegnung mit denen, die anderen religiösen Pfaden folgen und anerkennen, etwas lehren will, dass sie in seinem göttlichen Plan einem guten Ziel dienen."

Er sagte, dass die Christen ganz einfach sich daran erinnern sollten, dass die Kirche zwar immer Jesus Christus ins Gespräch mit einbringt, aber niemals den Glauben jemandem aufzwingt. In dieser Sache sollten sie Jesus selbst vertrauen, das er in der Tat „der Weg, die Wahrheit und das Leben" sei. Andere würden nicht durch die Anstrengungen der Christen zum Glauben kommen, sondern durch die Kraft ihrer Argumente.

„Wenn wir glauben, dass Christus wirklich „die Wahrheit" ist, werden wir das Vertrauen haben, einfach gegenüber dieser Wahrheit zu bezeugen und die Arbeit der Konversion ihm zu überlassen." Er bete darum, dass die Teilnahme an dem Parlament der Weltreligionen eine Gelegenheit bieten werde, sich mit denen einzulassen, die scheinbar Fremde sind und ein Beginn sei, authentisch Zeugnis für die rettende und einende Liebe Jesu für alle Menschen abzulegen.

An der Veranstaltung nimmt auch der Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, teil. Geistliche Führer und Vertreter der Zivilgesellschaft aus mehr als 80 Ländern werden nach Australien anreisen, darunter der Friedensnobelpreisträger von 1989, der Dalai Lama, geistliches und politisches Oberhaupt des tibetischen Volkes, der Theologe Hans Küng, Präsident der Stiftung Weltethos, Rabbiner David Rosen, Direktor der Abteilung für Interreligiöse Angelegenheiten des American Jewish Committee, der für seine Versöhnungsarbeit zwischen Juden und Katholiken vom Papst geehrt wurde.