Pater Alois Grimm SJ (1886-1944)

Ordensmann, Priester und Märtyrer

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 423 klicks

„Glaubt nicht, dass ich ein Verbrecher bin! Wohl aber bin ich ein Sünder und Bettler vor Gott, vertraue aber auf seine Liebe und sein Erbarmen. Trauert nicht um mich, freut euch vielmehr, dass ich zum Vater gehen darf, dem gekreuzigten Heiland ähnlich. Ich sterbe für das Reich Gottes in Treue für Christus und seine Kirche.“ 

Mit diesen Worten verabschiedete sich Pater Alois Grimm in seinem letzten Brief von seinen Geschwistern. Am 11. September 1944 wurde er mit 24 weiteren Mithäftlingen in Brandenburg-Görden enthauptet. „In der Strafsache gegen den Jesuitenpater Professor Alois Grimm aus Feldkirch/Vorarlberg ... hat der Volksgerichtshof für Recht erkannt: Alois Grimm ... hat im Dienste der Feindpropaganda unsere Kampfkraft angegriffen. Dadurch hat er sich für immer ehrlos gemacht. Er wird mit dem Tode bestraft“, hatte das Urteil am 12. August 1944 gelautet.

Alois Grimm wurde am 24. Oktober 1886 in Külsheim in Baden-Württemberg geboren. 1907 trat er dem Jesuitenorden bei, 1918 folgte seine Priesterweihe. Nach einem Studium in Wien und Heidelberg arbeitete Grimm als Lehrer, zunächst am Gymnasium in Feldkirch, dann am Kolleg in St. Blasien bis zu dessen Schließung durch die Nazis im Jahr 1939, was Pater Grimm zur Rückkehr nach Feldkirch veranlasste.  

Seine wiederholte Kritik am Nazi-Regime, die er offen auch gegenüber den Jugendlichen äußerte, die er über die Schrecken und Gräuel des Regimes aufklären wollte, erregten bald den Unwillen der Nazis.

Die Lage spitzte sich zu, nachdem Pater Grimm im Frühjahr 1943 mehrere Predigten zur Fastenzeit gehalten hatte, in denen er die Politik der Nazis deutlich kritisierte. Einige Zeit später meldete sich bei ihm ein Flaksoldat, der vorgab, am Konvertiten-Unterricht des Paters teilnehmen zu wollen. In Wirklichkeit sollte er für die Gestapo spitzeln. Wenig darauf trat ein weiterer vermeintlicher Interessent der Gruppe bei, der später beim Prozess gegen Alois Grimm als Zeuge aussagen sollte. Pater Grimm hatte in den Gesprächen mit den Gruppenmitgliedern die Frage behandelt, wie man den christlichen Glauben in Gesellschaft und Politik leben könne. Als Alois Grimm am 14.10. 1943 nach der Messe verhaftet und ins Gefängnis nach Innsbruck gebracht worden war, traf Pater Grimm auf die beiden vermeintlichen Konvertiten: „Da ist er, der Sauhund! So (Anspielung auf die Spitzelmethode) muss man es mit euch (Jesuiten) machen, sonst kriegt man euch ja nicht.“ 

Von Innsbruck wurde Pater Grimm nach München verlegt und schließlich nach Berlin gebracht. Die Verhandlung vor dem Volksgerichtshof fand unter dem Vorsitz von Roland Freisler im August 1944 statt.

In seinem letzten Brief schrieb Pater Alois Grimm: „Ich gehe heim, ihr müsst noch ausharren. Ich gebe mein Leben für das Reich Gottes, das kein Ende nimmt, für die Gesellschaft Jesu, für die Jugend, für die Religion unserer Heimat. Ich bemühe mich, durch mein Sterben den Tod des Heilands zu verherrlichen und ihm ähnlich zu werden.“

Pater Stephan Kessler SJ erinnert an seinen Ordensbruder Pater Alois Grimm: „Die gläubige Aufrichtigkeit dieses Jesuiten rechtfertigt die Erinnerung an einen Ordenschristen, der als Lehrer und engagierter Jugendseelsorger in bewusster Treue zu Christus und seiner Kirche starb.

In seinem Märtyrertod ist er wirklich zum „Gefährten Jesu, Socius Jesu“ geworden, wie es das Ideal seines Ordens ist. Die Erinnerung an P. Grimm SJ möge in den Tagen eines wachsenden Nationalismus den Geist der Unterscheidung wecken, politisch und religiös.“