Pater Álvaro Corcuera LC über das christliche Vorbild des Papstes

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ROM, 7. April 2005 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Mitteilung von Pater Álvaro Corcuera LC, Generaldirektor der Legionäre Christi, zum Tod von Papst Johannes Paul II. in der Nacht zum Barmherzigkeitssonntag. Er habe vor allem das Zeugnis eines Lebens hinterlassen, "das in der Tugend verankert war, die uns als Christen kennzeichnen soll: die Nächstenliebe".



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Während wir Legionäre Christi und Mitglieder des Regnum Christi mit unzähligen Gläubigen auf dem Petersplatz und überall auf der Welt für den Heiligen Vater beteten, erreichte uns die Nachricht, dass er zum Haus des Vaters aufgebrochen war. Auch wenn diese Nachricht sehr schmerzhaft ist, soll sie uns doch nicht den inneren Frieden rauben; denn für uns, die wir an Christus, den Herrn des Lebens, glauben, ist der Tod von Johannes Paul II. seine endgültige und ewige Begegnung mit Christus, den er so sehr geliebt und für den er auf so heroische Weise gelebt hat. Dieser Glaube soll jetzt unser Gebet für seine ewige Ruhe prägen. Auf diese Weise zeigen wir öffentlich unsere innige Liebe zum Stellvertreter Christi auf Erden, so wie es uns unser Gründer, P. Marcial Maciel, mit Wort und Beispiel gelehrt hat.

Ebenso hat uns P. Maciel zu verschiedenen Gelegenheiten daran erinnert, dass die Legionäre Christi und die Bewegung Regnum Christi Papst Johannes Paul II. zu großem Dank verpflichtet sind. Besonders herzlich danken wir dafür, dass der Heilige Vater mit seiner Autorität als Nachfolger Petri und Stellvertreter Christi auf Erden am 29. Juni 1983 die Konstitutionen der Legionäre Christi und am 26. November 2004 die Statuten der Bewegung Regnum Christi endgültig anerkannt hat. Damit wurde unser Charisma offiziell von Seiten der Kirche bestätigt.

Auch persönlich danke ich Gott für die Gelegenheiten, an denen ich den Heiligen Vater aus nächster Nähe begleiten durfte. Besonders denke ich an seinen ersten Besuch in Mexiko vom 26. bis 31. Januar 1979. Damals war ich mit P. Maciel und einigen Mitgliedern des Regnum Christi an der Abwicklung dieses Besuchs beteiligt. Von Anfang an hat uns sein Gebet, seine Verehrung der Eucharistie, sein priesterliches Herz, sein Eifer für das Heil der Menschen und sein Zeugnis eines wahren Apostels tief beeindruckt und bestärkt. Schon damals sind wir auch Zeugen seiner kindlichen und vertrauensvollen Marienverehrung sowie von seiner ausgeglichenen Persönlichkeit geworden, die er ganz nach dem Vorbild seines göttlichen Meisters geformt hat: sein Verstand, sein Wille, sein Umgang mit dem Menschen ohne Ansehen der Person und schließlich der Eifer und die Liebe, die ihn allen alles werden ließ, um alle für Christus zu gewinnen.

Die Legionäre Christi und die Mitglieder des Regnum Christi möchten auch weiterhin treu dem Aufruf folgen, den Papst Johannes Paul II. seit dem ersten Tag seines Pontifikates ohne müde zu werden wiederholte: "Fürchtet euch nicht! Öffnet die Tore für Christus!" Wir vertrauen darauf, dass Christus ihm in dieser Nacht die Tore des Himmels geöffnet hat.

Uns bleibt sein Beispiel der vollkommenen Hingabe bis zum Leiden und Sterben. Der Papst hinterlässt uns das Zeugnis eines Lebens, das in der Tugend verankert war, die uns als Christen kennzeichnen soll: die Nächstenliebe. Die Hingabe an seine Sendung, seine Treue und seine Konsequenz mögen uns ein Vorbild sein, uns anspornen und in uns jeden Tag den Vorsatz erneuern, authentische Christen zu sein. Vertrauen wir der Jungfrau Maria, der sich der Heilige Vater von Jugend an mit den Worten 'Totus Tuus' geweiht hat, die ewige Ruhe dieses außergewöhnlichen Mannes Gottes an.

P. Álvaro Corcuera LC
Generaldirektor

[Deutsche Übersetzung des spanischen Originals, herausgegeben von den Legionären Christi]