Pater Ignacio Calabuig, ein großer Mariologe, ist in Rom gestorben

Er überarbeitete die Betrachtungstexte für den Karfreitagskreuzweg

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ROM, 11. März 2005 (ZENIT.org).- Pater Ignacio M. Calabuig OSM, bekannter Mariologe und Vizerektor des Marianums in Rom, ist am 6. Februar an den Folgen seiner Krankheit gestorben. 30 Tage nach seinem Tod wurde für ihn an der päpstlichen Fakultät, an der er gewirkt hatte, ein Gedenkgottesdienst gefeiert.



Zu den vielen Tätigkeiten, die der Servitenpater Ignacio Calabuig ausübte, zählte die Überarbeitung der Betrachtungstexte für die 14 Stationen des Kreuzwegs, die jedes Jahr am Karfreitag im Kolosseum im Beisein des Heiligen Vaters vorgetragen werden. Vor allem aber sei der Berater der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung ein Mönch gewesen, "der dem gemeinschaftlichen Gebet treu und sehr fleißig im Studium war", sagte Pater Bernardo Antonini, Vizerektor der päpstlichen Fakultät "Marianum" am Mittwoch in seiner Predigt.

Ignacio M. Calabuig Adán (1931 - 2005) war gebürtiger Spanier, verbrachte aber beinahe sein gesamtes Leben in der Rom, der "ewigen Stadt", in der er 1955 zum Priester geweiht wurde. Er diente der Kirche als Berater des Büros für die liturgischen Feiern des Papstes, koordinierte die Mariologie-Abteilung am "Marianum" und leitete dort auch die gleichnamige Zeitschrift. Der Förderer des Lehrstuhls "Frau und Christentum" war außerdem Mitglied des akademischen Rates der Päpstlichen Akademie Immaculata in Rom. Der Priester und Ordensmann wirkte des Weiteren bei der Abfassung verschiedenster kirchlicher Dokumente mit, etwa beim Apostolischen Schreiben "Marialis Cultus" (1974) von Papst Paul VI. und vor allem bei Schriften über die Liturgie.

In seiner Predigt hob Bernardo M. Antonini OSM hervor, dass "Pater Ignacio die heilige Eucharistie und seine Schriften geliebt" habe. Obendrein sei sein Mitbruder "ein großer Schriftsteller" gewesen, und er erinnerte sich daran, wie der Verstorbene "manchmal irgendwo im Haus verschwunden ist und man ihn dann immer in einem Arbeitszimmer beim Studieren fand".

Auf dem Bildchen, das an Pater Calabuig erinnert, stehen einige Sätze, die der Verstorbene niederschrieben hat, als er aufhörte, Dekan zu sein: "Ich bin glücklich und froh über die Erfahrung, die ich machen durfte. Mehr noch: Diese letzten Wochen waren für mich ein Augenblick tiefer Freude, und ich durfte ein sehr starkes Gefühl der Dankbarkeit gegenüber Gott erleben für das Geschenk des Lebens, und für die Art und Weise, wie es sich in mir als Mönch und Diener Mariens, als Priester und Professor am Marianum, entfaltet hat."