Pater Johannes Schasching SJ verstorben

Katholische Soziallehre und Solidarität

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 407 klicks

Am 20. September verstarb Pater Johannes Schasching SJ im Pflegeheim der Schwestern des heiligen Karl Borromäus in Wien XVIII. P. Schasching SJ war seit seiner Emeritierung als Professor im Jahr 1991 in Wien bis 2005 für die Katholische Sozialakademie Österreichs (KSOE) tätig gewesen.

Schaschin wurde am 10. März 1917 in St. Roman bei Simling in Österreich geboren. Nach dem Besuch des Jesuitengymnasiums in Linz studierte er Philosophie in München. 1937 war er dem Jesuitenorden beigetreten. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Schasching zwar zum Wehrdienst eingezogen, aber wie alle Jesuiten 1941 entlassen, so dass er 1943 sein Studium der Philosophie abschließen und ein weiteres in Wien und Insbruck aufnehmen konnte. Von 1943 bis 1947 studierte Schasching, der 1946 zum Priester geweiht worden war, Theologie. Seine Studien schloss er mit einer Promotion in Innsbruck im Fach Staatswissenschaften ab, wo er ab 1950 Ethik und Sozialwissenschaften unterrichtete.

Von 1961 bis 1966 war P. Schasching Provinzial der Österreichischen Ordensprovinz und als Professor für Sozialwissenschaften an der Universität in Insbruck tätig. 1966 wurde er nach Rom berufen, wo er bis 1991 an der Päpstlichen Universität Gregoriana unterrichete.

Außerdem war Schasching von 1969 bis 1979 Berater des Generaloberen und Assistent für die zentraleuropäischen Provinzen des Jesuitenordens, von 1981 bis 1987 Dekan der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Gregoriana, Konsultor des Päpstlichen Rates „Iustitia et Pax“ und als Mitglied der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften.

1990 wirkte er beratend beim Sozialhirtenbrief der katholischen Bischöfe Österreichs mit. Schasching war außerdem in die Gestaltung des 2003 erschienenen Ökumenischen Sozialworts eingebunden.

1991 zog P. Schasching nach Wien; seit 2009 lebte er im Pflegeheim der Schwestern des heiligen Karl Borromäus.

„In zahlreichen Vorträgen und Veranstaltungen hat P. Johannes Schasching den Menschen die Inhalte der katholischen Soziallehre nahe gebracht und sich für Solidarität eingesetzt. Seine Kommentare zu den päpstlichen Sozialenzykliken sind Standardwerke. Er hat immer die Wirklichkeit vor Ort, die Situation der Menschen in den Wirtschaftsbetrieben ebenso wie die soziale Situation in der österreichischen Gesellschaft, mit der Orientierung an der Soziallehre der Weltkirche verbunden.“

P. Johannes Schasching SJ wurde wegen seiner Verdienste mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1973), dem Großen goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1987) sowie mehreren Ehrendoktoraten ausgezeichnet.