Pater Lombardi: Gewinnstreben und Solidarität sind keine Gegensätze

Worauf es ankommt, ist Grundentscheidung zwischen Egoismus uind Liebe

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ROM, 3. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Nach der kirchlichen Soziallehre widersprechen Gewinnstreben und christliche Solidarität einander nicht. Das betonte Jesuitenpater Federico Lombardi, Direktor des vatikanischen Pressebüros, in der jüngsten Ausgabe des vatikanischen Fernsehprogramms „Octava Dies“.



Der Leiter des vatikanischen Fernsehzentrums und von „Radio Vatikan“ bezog sich auf die Predigt, die Papst Benedikt XVI. am 23. September im Rahmen seines Pastoralbesuchs in Velletri gehalten hatte und die mittlerweile auch in englischer Übersetzung vorliegt. Der Heilige Vater hatte bei dieser Gelegenheit hervorgehoben, dass bei der Nutznießung irdischer Güter entschieden werden müsse, welches das ausschlaggebende Kriterium unseres Handelns sei: die „Logik des Profits“ oder die „Logik des Teilens und der Solidarität“.

Pater Lombardi wies darauf hin, dass „Gewinn natürlich legitim und – in Maßen – auch notwendig für die wirtschaftliche Entwicklung“ sei. In Unmaßen widerspreche er jedoch der „gleichmäßigen Verteilung der Güter“; dann vertiefe er den Graben zwischen Reichen und Armen und führte zu „einer vernichtenden Ausbeutung des Planeten“. Somit seien „die Logik des Profits“ und „die Logik der Solidarität“ einander nicht entgegengesetzt, „sondern sie stehen zueinander in einem Spannungsverhältnis, das geordnet sein muss“.

In den bedeutenden Dokumenten der Soziallehre der Kirche werden nach Worten von Pater Lombardi SJ die entsprechenden Grundsätze „dargelegt, weiterentwickelt und auf die heutige Situation angewandt. Sie leisten dabei einen wertvollen Beitrag zur fortwährenden Einschätzung der Trends und Modelle der modernen Wirtschaftstheorie und ihrer Folgen für die Lebensumstände des Menschen und für die Umwelt.“

Aus Sicht des Evangeliums, so Pater Lombardi, handle es sich letzten Endes um eine „Entscheidung zwischen Egoismus und Liebe, zwischen Gerechtigkeit und Unehrlichkeit, ja zwischen Gott und Satan. Denn wenn alles dem Streben nach Reichtum und dem materiellem Erfolg geopfert wird, dann wird dieser zum Götzen, der dann in unserem Leben den Platz Gottes einnimmt.“

Die Liebe zu Gott und zum Nächsten „entfernt uns nicht vom Leben, sondern bildet die Grundlage für gesunde und konstruktive Handelsbeziehungen“.