Pater Lombardi SJ: Aufruf des Heiligen Stuhls zur Würdigung des „Genius der Frau“

Zwei Dokumente von Papst Johannes Paul II. sollten neue Beachtung finden

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ROM, 19. Februar 2008 (ZENIT.org).- Pater Federico Lombardi äußerte sich in der letzten Ausgabe der Wochensendung „Octava Dies“ des Vatikanischen Fernsehens über die Verantwortung der Christen in puncto Würde der Frau.



Der Jesuit, der das Pressebüro des Heiligen Stuhls leitet, zitierte bei dieser Gelegenheit die „leidenschaftliche Liebeserklärung“ Papst Johannes Pauls II. an jede Frau: „Dank sei dir, Frau, dafür, dass du Frau bist! Durch die deinem Wesen als Frau eigene Wahrnehmungsfähigkeit bereicherst du das Verständnis der Welt und trägst zur vollen Wahrheit der menschlichen Beziehungen bei“ (Brief an die Frauen, 29. Juni 1995).

Dieser Brief und das vor 20 Jahren veröffentlichte Apostolische Schreiben über Würde und Berufung der Frau (Mulieris Dignitatem, 15. August 1988) sollten heute verstärkt in den Blick genommen werden, bekräftigte der Pressesprecher des Papstes.

Gerade der Brief an die Frauen sei ein extrem aussagekräftiges und originelles Dokument, das nach Worten Johannes Pauls II. eher den Charakter einer „Betrachtung“ als den einer theoretischen Abhandlung trage, meinte Lombardi. Der Brief sei wie eine „Re-Lecture“ des Weiblichen in der Bibel.

Auch Benedikt XVI. habe kürzlich anlässlich der Konferenz zum Thema „Frau und Mann. Das Humanum in seiner Gesamtheit“ die Bedeutung dieses Themas hervorgehoben, so der Vatikansprecher.

Der Heilige Vater habe in seiner Ansprache vor allem die Beziehung von Mann und Frau in ihrer jeweiligen Besonderheit, Gegenseitigkeit und Komplementarität dargestellt, die im Zentrum der „anthropologischen Frage“ schlechthin stehe und für die gegenwärtige Kultur von entscheidender Bedeutung sei. Die Vortäuschung von Autonomie und Selbstgenügsamkeit des Mannes wie der Frau sei Ausgangspunkt für eine „Selbstverwirklichung“, die den Menschen auf sich selbst zurückwerfe und in eine bedrückende Einöde führe. Darum sei es gerade angesichts des großen wissenschaftlichen Fortschritts und der wachsenden kulturellen Sensibilisierung so wichtig, die Perspektive des Schöpferplanes Gottes nicht aus den Augen zu verlieren, der den Menschen „als Mann und als Frau“ erschaffen habe, mahnte Lombardi.

Insbesondere die Christen seien aufgerufen, gegen eine „maskuline Geisteshaltung“ aufzutreten, damit die Würde der Frau sowohl im Gesetzbuch wie auch im täglichen Leben geachtet und respektiert werde. Nur so sei es möglich, gemeinsam eine Gesellschaft zu schaffen, die dem typisch weiblichen Genius entsprechend würdigt, den Johannes Paul II. so hoch gepriesen habe. Dies sei unsere große Aufgabe heute, sowohl in der Kirche als auch in der Welt, schloss Lombardi.