Patriarch Bartholomaios I. fordert die Gleichberechtigung von Christen in muslimisch geprägten Ländern

Internationale Islam-Konferenz in Wien

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WIEN, 17. November 2005 (ZENIT.org).- Zum Abschluss der internationalen Konferenz \"Islam in einer pluralistischen Welt\", die vom 14. bis zum16. November in der Wiener Hofburg stattgefunden hat, mahnte der ökumenische Patriarch Bartholomaios I. am Mittwoch die Gleichberechtigung der Christen in allen mehrheitlich muslimischen Ländern ein und betonte, dass die Konflikte zwischen Muslimen und Christen politische und nicht religiöse Ursachen hätten.



In einigen muslimischen Ländern sei die Lage der Christen unsicher und müsse \"wesentlich verbessert werden, damit Christen und andere Minderheiten die gleichen Rechte und Möglichkeiten genießen können wie die Muslime in christlichen Ländern\", forderte der Patriarch von Konstantinopel. Gemäß einer Presseerklärung der Erzdiözese Wien betonte er zugleich, dass die Konflikte zwischen Muslimen und Christen politisch und nicht religiös begründet seien. Allerdings sei die Religion in der Geschichte immer wieder politisch missbraucht worden, um Feindschaft zu säen und Menschen zu Intoleranz und Fanatismus anzustacheln, fügte er hinzu. Es gebe aber \"keine religiösen Gründe für einen gewalttätigen Konflikt zwischen Christen und Muslimen\". Daher sei auch die heute weit verbreitete Theorie vom Zusammenprall der Kulturen insofern falsch, als sie sich auf religiöse Ursachen für einen solchen Konflikt beruft, hob Bartholomaios I. hervor.

Der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, der am Montag mit Papst Benedikt XVI. im Vatikan zusammengetroffen ist, hat dem Ökumenischen Patriarchen Grüße des Heiligen Vaters überbracht. Am Mittwochnachmittag kam Bartholomaios I. zu Gesprächen mit Bundespräsident Heinz Fischer in der Hofburg, anschließend mit Nationalratspräsident Andreas Khol (ÖVP) im Parlament zusammen. Gesternabend wurde er in der türkischen und danach in der griechischen Botschaft empfangen.

Für heute, Donnerstag, sind eine Unterredung mit dem Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn, ein Empfang in der Apostolischen Nuntiatur und am Abend die Teilnahme an einem von der rumänisch-orthodoxen Kirche veranstalteten Benefizkonzert in der Augustinerkirche zugunsten rumänischer Flutopfer vorgesehen.