Patriarch Rai beraumt Tag der Aktion und Solidarität für alle syrische Flüchtlinge an

Kollekte am Sonntag für geschätzte 400.000 Flüchtlinge

Rom, (ZENIT.org) | 820 klicks

Am 27. Januar durfte in Klöstern und Wallfahrtsstädten sowie in den rund 1000 Pfarreien der maronitischen Kirche eine Spendenaktion für Caritas Libanon stattfinden, die Hilfsprogramme für syrische Flüchtlinge unterstützt. Der Tag der Aktion und der Solidarität wurden vom maronitischen Patriarchen von Antiochia, Kardinal Bechara Boutros Rai, anberaumt, der sich in einem entsprechenden Appell an alle maronitischen Gläubigen wendet. Auch in den Schulen und akademischen Einrichtungen, die sich in Trägerschaft des Patriarchats befinden, sollen Initiativen stattfinden, bei denen Spenden für alle syrischen Flüchtlinge gesammelt werden.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sollen sich rund 200.000 syrische Flüchtlinge im Libanon aufhalten. „In Wirklichkeit“, so Pfarrer Simon Faddoul, Vorsitzender von Caritas Libanon, „halten sich viel mehr syrische Flüchtlinge in Syrien auf. Wahrscheinlich sind es inzwischen bereits über 400.000. Viele leben unter verheerenden Bedingungen, und die Lage spitzt sich durch den strengen Winter, den wir dieses Jahr haben, noch zu“. Caritas Libanon, so Pfarrer Faddoul, betreue über 50.000 syrische Flüchtlinge direkt, unter denen Lebensmittel, Kleidung. Medikamente, Öfen und Hygieneprodukte verteilt werden.

Am Tag der Solidarität mit den syrischen Flüchtlingen soll auf Wunsch des Patriarchen bei allen Gottesdiensten für die Opfer des Konflikts und den Frieden in Syrien gebetet werden. Wörtlich fordert der Patriarch in seinem Appell zum Gebet für den Frieden „im Libanon, in Syrien und in allen arabischen Ländern“ auf, damit der Allmächtige „die lokalen und internationalen Verantwortlichen zur Suche nach friedlichen Lösungen inspiriere“, damit „Gewalt und Krieg beendet und gerechte und unparteiische Lösungen gefunden werden.“

Für Christen, so der Patriarch, gehe es bei der Hilfe für die Mitmenschen nicht nur um edle humanitäre Gefühle, sondern auch um eine Aufforderung, die Jesus selbst ausgesprochen hat. Der Patriarch, der am Sonntag einen Gottesdienst in der Patriarchatskirche in Bkerké vfeierte, zitierte dabei insbesondere das Matthäusevangelium, wo es heißt: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen…Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“