Paulus, Vorbild aller geweihten Personen, lebte „mit und in Christus"

Papst Benedikt XVI. am Welttag des geweihten Lebens

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ROM, 3. Februar 2009 (ZENIT.org).- Der Reichtum der apostolischen Sendung des heiligen Paulus und das geweihte Leben, das sich an den evangelischen Räten der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams inspiriert, standen im Mittelpunkt der gestrigen Ansprache Papst Benedikts XVI. nach der heiligen Messe zum Fest der Darstellung des Herrn, an dem seit 13 Jahren der „Welttag des geweihten Lebens" begangen wird.

Der Papst begegnete nach dem Gottesdienst, dem der Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und die Gesellschaften apostolischen Lebens, Kardinal Franc Rodé, vorgestanden hatte, den in der Petersbasilika versammelten Ordensleuten und geweihten Personen.

In seiner Ansprache forderte der Heilige Vater die Anwesenden auf, das Licht Gottes in die Kirche und in die Welt hinauszutragen, und er verwies auf Paulus als „kostbaren Zeugen der Nachfolge Christi".

Das geweihte Leben sei, so der Papst, eine radikale Nachahmung Jesu, eine „totale Nachfolge". Paulus biete hierfür eine „sichere pädagogische Vermittlung". Ihn nachzuahmen sei für geweihte Personen der privilegierte Weg, um ihrer besonderen Berufung zu entsprechen.

Benedikt XVI. erläuterte das Wesen des geweihten Lebens anhand der evangelischen Räte und betonte, dass der Apostel Paulus sein Herz dem Herrn als ganzes geschenkt habe. So könne in ihm eine totale Unentgeltlichkeit und konkrete Solidarität gegenüber den Brüdern ausgemacht werden. Indem er die göttliche Berufung zur Keuschheit annehme, biete er einen sicheren Bezugspunkt für das Verhalten. Der Gehorsam habe sein ganzes Dasein gestaltet. Als weiteren zentralen Aspekt des geweihten Lebens des Völkerapostels hob Benedikt XVI. den der Mission hervor.

Bei Paulus, der mit der Person Jesu Christi aufs Engste verbunden gewesen sei, werde die tief verankerte Fähigkeit sichtbar, das geistliche Leben und das missionarische Wirken miteinander zu verbinden. Insofern gehöre Paulus zu jener Schar der „mystischen Bauleute", deren Existenz sowohl kontemplativ als auch aktiv sei, „offen für Gott und die Brüder, um dem Evangelium einen wirksamen Dienst zu leisten".

Benedikt XVI. verwies anschließend auf den Mut des Völkerapostels, der sich insbesondere immer dann gezeigt habe, wenn es darum ging, „schweren Prüfungen zu begegnen". Sein Mut, der mit einem ungebrochenen Vertrauen in Jesus Christus einherging, sei schließlich „bis zum Martyrium" gegangen.

Die geistliche Erfahrung des Apostel Paulus offenbare sich so als eine „gelebte Übersetzung des Ostergeheimnisses", so Papst Benedikt. Paulus lebt „mit und in Christus". Und daraus ergebe sich die Einladung an alle, täglich „das Wort Christi zu leben", das heißt es zu meditieren und es „zur Wurzel jeden Handelns sowie zum Kriterium einer jeden Wahl" zu machen.

Benedikt XVI. äußerte in diesem Zusammenhang den Wunsch, dass das Paulus-Jahr den Vorsatz nähren möge, das Zeugnis des Paulus anzunehmen. Die Ordensleute und geweihten Personen mögen in diesem Sinn ihren apostolischen Dienst in und mit der Kirche in einem Geist der vorbehaltlosen Gemeinschaft verwirklichen.

Vor dem Schlusssegen machte der Heilige Vater die Anwesenden darauf aufmerksam, dass der Höhepunkt der Liturgie dazu veranlasse, auf die Jungfrau Maria als die „Geweihte schlechthin" zu blicken.