Persönliche Bekehrung: P. Raniero Cantalamessa predigt vor Papst Benedikt XVI.

Erste Anventpredigt in der Kapelle „Redemptoris Mater“

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ROM, 7. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Die Tatsache, dass Gott zu uns durch seinen Sohn sprechen wollte (vgl. Hebr 1,2), stand im Mittelpunkt der ersten Adventpredigt, die P. Raniero Cantalamessa OFM Cap., Prediger des Päpstlichen Hauses, heute, Freitag, in der Kapelle „Redemptoris Mater“ vor Benedikt XVI. und den Mitarbeitern der Römischen Kurie gehalten hat.

Der Kapuzinerpater bezog sich auf die Bibelstelle, die nach Johannes 1,14 („Das Wort ist Fleisch geworden“) am besten zur Weihnachtszeit passt, wie der Heilige Stuhl in einer entsprechend Erklärung mitteilte: auf den Brief des Apostels Paulus an die Hebräer, wo es in Abschnitt 1,1-2 heißt: „Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat.“

Im Licht dieses Bibelworts und mit Blick auf die Jesus-Biographie Benedikts XVI. versuchte der Kapuzinerpater, die Neuheit und Einzigartigkeit Christi herauszuarbeiten und seine Zuhörer zur persönlichen Umkehr zu ermutigen.

„Ist Jesus für mich einer der Propheten, oder ist er der Sohn des lebendigen Gottes?“, fragte P. Cantalamessa zu Beginn seiner Betrachtung, die ihn schließlich die besondere Verantwortung des Christen gegenüber Gott hervorheben ließ.

„Darum müssen wir umso aufmerksamer auf das achten, was wir gehört haben, damit wir nicht vom Weg abkommen. Denn wenn schon das durch Engel verkündete Wort rechtskräftig war und jede Übertretung und jeder Ungehorsam die gerechte Vergeltung fand, wie sollen dann wir entrinnen, wenn wir uns um ein so erhabenes Heil nicht kümmern, das zuerst durch den Herrn verkündet und uns von den Ohrenzeugen bestätigt wurde?“ (Hebr 2,1-3). „Ermahnt einander jeden Tag, solange es noch heißt: Heute, damit niemand von euch durch den Betrug der Sünde verhärtet wird“ (Hebr 3,13).

Um wie Mutter Teresa von Kalkutta für jene Menschen, die uns umgeben, tatsächlich Licht Gottes sein zu können, müsse man immer vor Augen haben: „Wer nicht zu sich selbst Nein sagen kann, ist nicht imstande, zu den Brüdern Ja zu sagen.“ In diesem Sinn rief der Prediger des Päpstlichen Hauses zu einer umfassenden persönlichen Erneuerung auf.

„Es ist eine Illusion zu glauben, einen echten Dienst an den Brüdern, der immer Opfer, Altruismus, Selbstvergessenheit und Großherzigkeit erfordert, mit einem ungeordneten persönlichen Leben zu vereinbaren, das ganz darauf ausgerichtet ist, sich selbst und die eigenen Leidenschaften zufriedenzustellen.“

[Die ganze Predigt ist in der heutigen ZENIT-Ausgabe unter
„Dokumente“ zu finden]