Peru: Zwangssterilisationen unter Fujimori werden weiter verfolgt

300.000 Fälle in zehn Jahren

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LIMA, 11. November 2011 (ZENIT.org). -  Die peruanische Staatsanwaltschaft hat Ende Oktober die Wiedereröffnung der Untersuchung zum Fall der Zwangssterilisation an Tausenden von Frauen während der Regierungszeit von Alberto Fujimori (1990-2000) verfügt. Zu den Opfern gehörten hauptsächlich indigene Frauen. Peru hatte bisher immer wieder versucht, die Verurteilung der Täter zu verhindern. Dabei wurde argumentiert, es handele sich lediglich um Vergehen gegen Leib, Leben und Gesundheit und fahrlässige Tötung. Diese Vergehen würden nicht als Menschenrechtsverbrechen angesehen und wären teilweise bereits verjährt.

Die Untersuchung der Fälle wird wieder aufgegriffen, nachdem Menschenrechtsorganisationen bewiesen hatten, dass die Fälle den Tatbestand von Verbrechen gegen die Menschlichkeit erfüllen und daher nicht verjähren.

Offiziellen Berichten zufolge wurden während der Regierung von Fujimori etwa 300.000 Frauen gegen ihren Willen sterilisiert. Der ehemalige Präsident von Peru verbüßt zurzeit eine 25-jährige Haftstrafe wegen Menschenrechtsverbrechen, Fällen von Korruption und Machtmissbrauch. Bei 18 der bisher dokumentierten Zwangssterilisationen starben die Frauen. Bis jetzt sind jedoch nur sehr wenige Fälle aufgearbeitet worden. Als vorgebliches Ziel der Sterilisierungskampagne hatte Fujimori die „Senkung der Armut in den ländlichen Gebieten“ angegeben.

Menschenrechtsgruppen begrüßten die Wiederaufnahme der Fälle durch den obersten Staatsanwalt José Peláez Bardales.