Petrus und Paulus, Stadtpatrone Roms

Messen und Feuerwerk zum römischen Hochfest am 29. Juni

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 418 klicks

Petrus, einer der zwölf Apostel Jesu Christi, wurde  67 nach Christus gekreuzigt, nachdem er sein Leben lang das Evangelium gepredigt hatte. Er wird als erster Bischof von Rom verehrt. Die Evangelisten beschreiben ihn als einen Mann mit einem starken Charakter, kontrovers, voller Schwächen und vielleicht deswegen so menschlich. Jesus erteilte ihm den Auftrag, die Weltkirche zu gründen, dessen Patron er ist. Er benannte ihn von Simon nach Petrus um. „Petros“ bedeutet auf griechisch „Fels“. Petrus sollte der Stein sein, der Fels, auf dem die Kirche gegründet werden sollte. Sein Grab befindet sich in der Basilika des Vatikan, St. Peter. Durch die vielen Darstellungen hat sich das Bild von einem Mann mit einem langen, weißen Bart, der in seinen Händen die Schlüssel zum Paradies hält und der entscheiden darf, wer hinein darf und wer nicht, manifestiert. Er ist der Schutzheilige der Fleischer, Fischer, Schreiner, Schmiede, Bäcker, Schuhmacher und Brückenbauer.

Paulus hingegen war ein erfolgreicher Missionar des Urchristentums und einer der ersten Theologen überhaupt. Nach seiner Bekehrung sah er sich als von Gott berufener Apostel und stellte sich in den Dienst der Verkündigung des Evangeliums. Er soll in Rom den Märtyrertod erlitten haben, hingerichtet durch das Schwert. Sein Grab wurde 2005 unter der Basilika St. Paul vor den Mauern wiederentdeckt.

Bezeugt ist das gemeinsame Fest von Paulus und Petrus erstmals für das Jahr 258. Das Fest ist im römischen Staatskalender von 354 erwähnt und erinnert an die angebliche „translatio“der Gebeine von Paulus vom Grab an der via Ostiensis in die Katakomben des Sebastian an der Via Appia. Funde aus der Frühzeit bezeugen, dass man Paulus und Petrus zusammen verehrte. Die Basilika St Paul vor den Mauern war bis zur Fertigstellung des heutigen Petersdoms 1626 die größte Kirche der Welt. Nun ist sie die zweitgrößte Kirche der Stadt.

Die Festlichkeiten beginnen am Abend des 28. Juni mit einer Messe im Petersdom. Dabei wird auch die berühmte mittelalterliche Bronzestatue des Petrus mit kostbaren Gewändern eingekleidet. Darauf folgen einige Rituale, die musikalisch vom Chor der Sixinischen Kapelle begleitet werden. Dazu gehören die Segnung der Reliquien in der Palliennische über dem Petrusgrab und das Küssen des Fußes der Bronzestatue durch den Papst als Zeichen der Ehrerbietung. Dann legt der Papst einigen Metropoliten das „Pallium“ um, eine Art weißer Wollschal, der die Einheit der universellen und der Ortskirche symbolisiert. Zu Sonnenuntergang erfolgt die Prozession mit der Kette des heiligen Paulus, die aus 14 Gliedern besteht. Parallel dazu findet eine Messe in der Basilika St. Paul vor den Mauern statt, die die ganze Nacht hindurch andauert.

Einer der erwarteten Höhepunkte ist die Ausleuchtung des gesamten Doms. Einst mussten dafür Arbeiter mithilfe von Flaschenzügen in die von Michelangelo erbaute Kuppel gehieft werden, damit sie Fackeln und Öllaternen in der Kalotte anbringen konnten. Auch die Engelsburg, die frühere Fluchtburg der Päpste, wird an dem Festtag mit einem riesigen Feuerwerk beleuchtet, ein Ereignis, das auf das Mittelalter zurückgeht.