Philippinen: Gewaltausbrüche vor Wahlen befürchtet

Ortskirche um korrekten Verlauf besorgt

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Michaela Koller

QUEZON CITY/ PHILIPPINEN, 10. Februar 2010 (ZENIT.org).- Der Bischof der südphilippinischen Diözese Isabela in der Provinz Basilan, Martin Jumoad, befürchtet rund um die bevorstehenden nationalen Parlamentswahlen Gewaltexzesse. Dem Hirten zufolge liegen die Nerven der Einwohner dort blank. „Gerade gestern sind 50 Familien aus den Städten Maluso und Sumisip geflohen", sagte der Bischof in einem Interview mit dem katholischen Radiosender Radio Veritas Asia, das die katholische Nachrichtenagentur UCANews wiedergibt. In der Gegend seien zu Beginn dieses Monats Landminen explodiert. Christliche Dorfbewohner befürchteten, von einer Splittergruppe der islamistischen Gruppe Moro Islamic Liberation Front (MILF) schikaniert zu werden.

Die MILF selbst zeigt sich gegenüber der Regierung gesprächsbereit, weshalb sie nichts mit den Anschlägen zu tun haben will. Bei den Landminen-Explosionen wurde am 2. Februar ein Soldat getötet, und acht weitere wurden verletzt. Die Opfer waren Polizeiangaben zufolge auf dem Weg von Sumisip nach Maluso auf der Insel Basilan, als ihr Fahrzeug zwischen den Dörfern Libug und Cabacan auf die Mine fuhr. Aus den kleinen Ortschaften fliehen nun auch Menschen und lassen ihre Existenzgrundlage zurück, nachdem es geheißen hatte, bewaffnete Männer seien um die Dörfer herum gesichtet worden. Die Arbeit in den örtlichen Betrieben werde dadurch behindert.

Eigentlich gilt im Vorfeld der Wahlen ein striktes Verbot, Waffen mit sich zu führen. Der Bischof bezeugt aber: „Ich gehe umher und sehe Leute, die illegale Waffen tragen." Der Hirte hat die Wahlkommission schon vor etwaigen Entführungen gewarnt, die verübt werden könnten, während die Berechtigten sich am 10. Mai zu den Wahlurnen aufmachen. Auch sollte die Kommission Signalfehlern der elektronischen Wahlmaschinen vorbeugen. Die Menschen fühlten sich nicht sicher, und es könne kein dauerhafter Friede erreicht werden, wenn die Behörden sich nicht ernsthaft darum bemühten, für die Umsetzung gesetzlicher Bestimmungen zu sorgen.

Im Vorfeld der Parlamentswahlen engagiert sich die katholische Kirche auch, indem sie landesweit 45.000 Wahlhelfer ausbildet, die in Pfarrgemeinden eingesetzt werden. Dabei geht es vor allem darum, die Nutzung der elektronischen Wahlmaschinen zu erläutern.