Philippinen: Risiko des Kinderhandels besonders groß

Verheerende Naturkatastrophe hat tausende Kinder zu Waisen gemacht

Rom, (Fides) | 364 klicks

Tausende Kinder wurden durch den Taifun Haiyan, der weite Teile der philippinischen Provinz Leyte verwüstete zu Waisen. Diese Kinder gehören zu den angreifbarsten aller Opfer, denn sie gehen alleine in den Trümmern umher und suchen nach Menschen, die sich ihrer annehmen. „Kinder sind die bevorzugte Beute von Menschenhändlern, die sie verschleppen, so werden sie oft zu Opfern der Pädophilie und anderer Formen der Ausbeutung. Dies ist eine schreckliche Vorstellung, doch leider sehr realistisch nach Naturkatastrophen. Deshalb muss man diesen Kindern sofort helfen, um sie vor dem Zugriff von Menschenhändlern zu schützen“, so der irische Missionar P. Shay Cullen, SSC, der seit 1969 in den Philippinen tätig ist und dort für allem für sein Engagement für minderjährige Opfer der sexuellen Ausbeutung bekannt ist, gegenüber dem Fidesdienst. „Unter dem Vorwand, sich dieser Kinder annehmen zu wollen, holen sie sich die Kinder und verkaufen sie an Pädophile. Oder sie machen große Gewinne durch den Verkauf der Kinder für die illegale Adoption. Schlimmer noch ist es, wenn sie die Kinder zu Sklaven der sexuellen Ausbeutung machen.“

Wie Beobachter dem Fidesdienst berichten, kennen die philippinischen Behörden diese Risiken und beobachten das Phänomen auch nach dem Taifun Hayan. Das Ministerium für Soziales und Entwicklung (DSWD) der philippinischen Regierung hat bereits einen dringlichen Appell an alle humanitären Helfer in Leyte gerichtet, und auf die „große Gefahr des Kinderhandels“ in den vom Taifun verwüsteten Gebieten hingewiesen.

„Angesichts des großen Ausmaßes der Verwüstung wird die Hungersnot und die Unterbringung in Flüchtlingsunterkünften wohl über Monate andauern“, so Cullen weiter. Dies begünstigt die Aktivitäten der Menschenhändler. „Wir müssen unser Möglichstes tun, um den Handel mit Kindern zu stoppen. Über unsere ‚Preda Foundation‘“, so der Missionar abschließend, „haben wir bereits qualifizierte Sozialarbeiter in die betroffenen Gebiete geschickt, die sich dort vor allem um obdachlose Kinder kümmern.“

Nach Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF sind in den Philippinen zwischen 60.000 bis 100.000 Minderjährige Opfer sexueller Ausbeutung. Die Opfer kommen meist aus armen Dörfern oder Stadtrandgebieten. Und insbesondere in den Fremdenverkehrsgebieten des Landes ist die Jugendprostitution weit verbreitet. Unter den Hauptgründen nennt UNICEF, Armut, soziale Missstände in den Heimatdörfern und mangelnder Zugang zum Bildungs- und Gesundheitswesen. 2003 verabschiedete die philippinische Regierung den „Anti-Trafficking in Persons Act“, ein Gesetz, das die strafrechtliche Verfolgung des Menschenhandels, des Sextourismus, der sexuellen Versklavung und der Prostitution von Minderjährigen vorsieht und das Menschenhandel mit Kindern als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bezeichnet. (PA)

(Quelle:Fidesdienst 14/11/2013)