PID wird kein Routineverfahren der In-vitro-Fertilisation (künstliche Befruchtung)

Präsident der Bundesärztekammer lehnt „Designerbabys“ und „Retterbabys“ ab

| 1024 klicks

BERLIN, Freitag, 8. Juli 2011 (ZENIT.org/BÄK). - Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, hat zu der vom Deutschen Bundestag beschlossenen Zulassung von Präimplantationsdiagnostik (PID) folgende Stellungnahme abgegeben:

„Der Bundestag hat eine Entscheidung für die begrenzte Zulassung der PID getroffen. Wir Ärzte werden Verantwortung übernehmen, dass dieses Verfahren unter kontrollierten Bedingungen und nur bei vorheriger fachkundiger Beratung angewendet wird. Wir wollen auf keinen Fall, dass die PID ein Routineverfahren der In-vitro-Fertilisation wird.

Sie muss auf wenige und ganz bestimmte Indikationen begrenzt werden. Keine Indikationen für die PID dürfen Geschlechtsbestimmungen ohne Krankheitsbezug, Alter der Eltern oder Maßnahmen der assistierten Reproduktion im Allgemeinen sein.

Mit uns wird es kein Designerbaby geben und auch kein sogenanntes Retterbaby, das nur einem erkrankten Kind als Ersatzteillager dienen soll.

Wir sind auch gegen einen Katalog bestimmter Krankheiten. Vielmehr sollten den Kommissionen bei den Ärztekammern, besetzt mit Ärzten, Psychologen, Theologen, Ethikern und Juristen, die einzelnen Behandlungsfälle in anonymisierter Form vorab zur Beurteilung vorgelegt werden.

Wir Ärzte werden dafür sorgen, dass die betroffenen Paare eine gute psycho-soziale Betreuung und Beratung bekommen."