Pilgerweg des Vertrauens führt Brüdergemeinschaft von Taizé nach Nairobi

Hauptstadt von Kenia wird Jugendliche aus aller Welt vom 28. bis 30. November aufnehmen

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NAIROBI/Kenia,  27. August 2008 (ZENIT.org).- Der Pilgerweg des Vertrauens führt die Brüdergemeinschaft von Taizé nun nach Nairobi. Es war während des Jugendtreffens in Genf, als Frère Alois, der Prior von Taizé, erklärte: „Wir werden die Jugendtreffen auf den anderen Kontinenten fortsetzen. Nach Asien und Lateinamerika gehen wir dieses Jahr nach Afrika. Vom 26. bis 30. November 2008 sind wir in einer ostafrikanischen Metropole südlich des Äquators zu Gast: in Nairobi, in Kenia."

Die Ankündigung des Treffens fiel in eine für Kenia dramatische Zeit: Jeden Tag kamen neue Nachrichten über gewaltsame Ausschreitungen nach den Wahlen. Der Opfer der Gewalt in Kenia wurde auch bei den Gebeten während des Treffens in Genf gedacht.

Das Treffen - erstmalig in dieser Region – wird Jugendliche aus den verschiedenen Kirchen Ostafrikas (Kenia, Tansania, Uganda, Ruanda und Burundi), kleinere Gruppen aus anderen afrikanischen Ländern und aus den anderen Kontinenten zusammenführen. Viele leiden unter den Folgen von Gewalt und Krankheit und müssen in unsicheren Verhältnissen leben.

„Wenn man das Treffen wie eine Familienfeier vorbereiten will, so müssen als erstes brüderliche Beziehungen aufgebaut werden, die frei sind von Klischees und falschen Vorstellungen, die teils in der Geschichte wurzeln, aber auch im mangelnden Interesse aneinander", schreiben die Brüder aus Nairobi, die dort mit der Vorbereitung betraut sind.„Wir können die Zeit nicht zurückdrehen, aber wir können heute die Versöhnung vorantreiben!"

Schrittweise habe man die Kontakte in der Stadt, mit Gemeinden und Freunden, wiederaufgenommen. „Das gleiche Verkehrschaos, der Lärm der matatus (Minibusse), die Menschenmenge in der Innenstadt, der Staub… Allmählich löst sich die Anspannung der vergangenen Wochen mit den schweren Unruhen in mehreren Landesteilen. Jeder wartet gespannt auf den Ausgang der Verhandlungen; Leute versorgen die Flüchtlingen mit dem Nötigsten und versuchen, eine Atmosphäre des Friedens wiederherzustellen.“

Es handle sich gegenwärtig um einen entscheidenden Moment für das Land, „denn diese schwere Zeit kann ein Bewusstsein für die Verantwortung jedes Einzelnen für Frieden und Gerechtigkeit in der Gesellschaft schärfen. Die Kirchen helfen überall und regen zum Nachdenken darüber an, was im Land geschehen ist. Doch viel ist noch zu tun, und oft werden lediglich die Parolen der einen oder anderen wiederholt. Die Meinungen gehen oft weit auseinander, doch wenn man den Menschen vor Ort zuhört, erfährt man viel von tatkräftiger Hilfe über die Stammesgrenzen hinweg und von Zeugnissen brüderlichen Miteinanders“.