Pilgerzeit in St. Matthias in Trier

Ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehen

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 3911 klicks

Im Bistum Trier begann am Wochenende der Auftakt zur Pilgerzeit in St. Matthias in Trier. Das diesjährige Motto lautet: „Ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehen“. „Das Jahreswort 2013 will uns wieder auf die ‚Verborgne Kraft und stille Macht’ aufmerksam machen, die uns in der Taufe geschenkt wurde. Gottes Geist will wärmen, bewegen und heilen“, wie Bruder Hubert Wachendorf OSB erklärt. 

Seit mehr als 800 Jahren besuchen Pilger das einzige Apostelheiligtum nördlich der Alpen. Der Legende nach brachte Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, die Gebeine des Apostels Matthias im 4. Jahrhundert nach Trier. Als sie 1127 bei Umbauarbeiten am Vorgängerbau der Kirche wiederentdeckt wurden, setzte sofort ein großer Pilgerzulauf ein. Die Pilger stammten aus dem Gebiet von der Nordsee bis zu den Alpen. Nach dem Apostel wurde die Klosterkirche, die die Grabeskirche des heiligen Eucharius ist, von den Pilgern St. Matthias genannt und wurde zur Wallfahrtskirche. Die Gebeine des Apostels Matthias befinden sich heute in einem Schrein in der Krypta.

Rund 5000 Pilger besuchen in der etwa vierwöchigen Pilgerzeit um Pfingsten das Grab des Apostels. Hauptsächlich sind es Fußpilger, die oft sehr weite Strecken zurückliegen. Pilger aus allen Altersgruppen, Bevölkerungsschichten und unterschiedlichen Regionen, wie z.B. dem Bistum Köln, Aachen oder Trier, gehen, beten und bewältigen bei Wind und Wetter gemeinsam den oft sehr mühsamen Fußweg von bis 300 km. „Pilger sind Menschen, die nicht einfach jeder Müdigkeit nachgeben“, so Bruder Hubert Wachendorf OSB, und er führt weiter aus: „Das lebendige Wehen des Geistes ist auch in ganz alltäglichen und beiläufigen Ermunterungen zu spüren.“

Betreut werden die Pilger sowohl von den Mönchen der Abtei St. Matthias als auch von der Trierer Matthiasbruderschaft. Die Erzbruderschaft des hl. Matthias vereint rund 160 Wallfahrtsgruppen, die alljährlich das Apostelgrab in Trier besuchen. Während Pilgergruppen eine lose Verbindung von Pilgern darstellen, setzen die Bruderschaften eine persönliche Mitgliedschaft voraus.

Die Vorbereitungen für die Pilgerzeit sind sehr umfangreich und erfordern langfristige Vorbereitungen, um allen Pilgern ausreichend Unterkunftsmöglichkeiten und Verpflegung garantieren zu können. Allein am Pfingstsonntag, den 19. Mai, werden auch in diesem Jahr wieder mehr als 1600 Pilger erwartet.

Weitere Informationen über die Pilgerwallfahrt findet man auf den folgenden Seiten:
www.abteistmatthias.de oder www.mattthiaswallfahrt.de