Pius V. (1504-1572)

Papst und Heiliger

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 305 klicks

Michele Ghisleri wurde am 17. Januar 1504 in Bosco bei Alessandria im Piemont geboren. Mit 14 Jahren trat er dem Orden der Dominikaner bei und studierte in Bologna. Anschließend unterrichtete er an der Universität in Pavia und war als Inquisitor in der Gegend um Como tätig. Darauf ernannte ihn Kardinal Carafa (Pius IV.) zum Generalkommissar der Inquisition in Rom. Unter dem Pontifikat von Pius IV. (1559-1565) bekleidete er wichtige Ämter: Er wurde 1556 Bischof von Sutri und Nepi, 1557 Kardinal und 1558 Großinquisitor.

Nach dem Tod von Pius IV. wurde er 1566 zum Papst gewählt. Pius V. setzte sich während seines Pontifikats vor allem für die Umsetzung der Reformen des Tridentinischen Konzils und den Kampf gegen die Häresie ein. Streng und asketisch war sein Lebensstil, und entsprechend ging er gegen Luxus, Feste, Magie und andere Ausschweifungen vor. Er reformierte das Ordensleben und organisierte regelmäßig Besuche in den römischen Pfarreien. Zwischen 1566 und 1570 veröffentlichte er den römischen Katechismus, 1568 das erste Brevier und 1570 das „Missale Romanum“. Außerdem richtete er eine Kommission zur Überarbeitung der „Vulgata“ ein.

Als Papst setzte er seine inquisitorische Arbeit fort. 1570 exkommunizierte er Königin Elisabeth I. von England, weil sie die Anglikanische Kirche in England eingeführt und die Katholische Kirche zurückgedrängt hatte. Auch zu anderen europäischen Monarchen hatte Pius V. ein durchaus gespanntes Verhältnis.

Dem intensiven Gebet von Pius V. soll der Sieg bei Lepanto am 7. Oktober 1571 zu verdanken sein. Trotz großer Verluste auf beiden Seiten siegte schließlich die „Heilige Liga“, die Flotte von Spanien und Venedig, gegen die türkische Flotte. Deshalb bestimmte Gregor XIII., Nachfolger von Pius V., dass am Siegestag das Rosenkranzfest zu begehen sei.

Pius V. starb am 1. Mai 1572. Er wurde in Santa Maria Maggiore in Rom beigesetzt. 1672 wurde er von Clemens X. seliggesprochen; seine Heiligsprechung erfolgte 1712 durch Clemens XI.. Sein Gedenktag ist der 30. April.