Pius XII.: Neue Beweise belegen seine Hilfe für Juden

Stiftung wird 2.300 Seiten von Dokumenten veröffentlichen

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ROM, 16. Juni 2009 (ZENIT.org).- Die Pave the Way Foundation, eine Stiftung zur Förderung des interreligiösen Dialogs mit Sitz in den USA, kündigt die Veröffentlichung von mehr als 2.300 Seiten von Originaldokumenten an, die den Einsatz Papst Pius XII. für die Juden zur Zeit des Nazi-Terrors belegen. Dokumente aus den Jahren 1940 bis 1945 sollen der Öffentlichkeit für weitere Forschung zugänglich gemacht werden, bekräftigte Garry Krupp, selber Jude und Präsident der Stiftung in New York.


Zusammengetragen wurden die Unterlagen in privaten Erkundungen. Sie geben laut Krupp „der Behauptung, dass Papst Pius XII. bzw. Eugenio Pacelli gewissenhaft an der Rettung der Juden vor dem Naziregime gearbeitet hat, starken Rückhalt".

Auf wertvolle Dokumente stieß die Stiftung unter anderem in einem Kloster in Avellino in Italien. In einer Stellungnahme betonte die Pave the Way Foundation, dass „noch viel mehr wichtige Dokumente in größeren Diözesen gefunden werden könnten, wenn sich Wissenschaftler schlicht die Zeit nehmen würden, sie anzuschauen". Krupp betonte, dass Behauptungen über geschichtliche Tatsachen in der Menschheitsgeschichte als „Rechtfertigung für Hass, Blutrache und Kriege" dienten, und stellte die Frage, ob Historiker folglich nicht die „moralische Verantwortung" hätten, „sich über die Geschichte Klarheit zu verschaffen".

„Eine persönliche Enttäuschung, die unsere Untersuchung nach sich zog, war die Erkenntnis, dass wir von Personen, die sich als Historiker ausgeben, getäuscht wurden", so Krupp. „Solche Individuen mit privaten Agenden haben es schlicht verabsäumt, die Wahrheit dieser Epoche richtig zu erforschen, und sie blieben still, als absurde Fanatiker die Wahrheit manipulierten." Wenn die Pave the Way Foundation „als nichtprofessioneller Sucher nach Fakten so viel an Information freilegen kann, wie ist es möglich, dass so genannte Historiker und akademische Institutionen die 46 Jahre alte Einschätzung von Pius XII. unbestritten bestehen haben lassen?" Diese akademische Nachlässigkeit habe die „Beziehungen von mehr als einer Milliarde Menschen negativ beeinflusst".

Die Stiftung wird die Dokumente für weltweite historische Studien auf ihrer Homepage zur Verfügung stellen. Auch in einigen vatikanischen Geheimarchiven stieß man bei den Ermittlungen auf bedeutende Unterlagen. In einer Erklärung erwähnte die Stiftung die Aufdeckung von zahlreichen Fällen, in denen Eugenio Pacelli Juden vor dem Naziregime gerettet hat sowie den „dokumentierten Beweis" seiner „direkten Vermittlung, um die Juden in Palästina vor den ottomanischen Türken im Jahr 1917 zu beschützen, sowie seine Unterstützung der Idee einer jüdischen Heimat in Palästina im Jahr 1925."

Nach der Presseerklärung habe sich die Haltung gegenüber Pius XII. fünf Jahre nach dessen Tod  durch Rolf Hochhuths Theaterstück „Der Stellvertreter" „radikal verändert". Die Stiftung berichtet vom „bestätigten Zeugnis, dass dieses Theaterstück Teil eines KGB-Komplots mit dem Namen ‚Sitz 12' war, der strategisch geplant worden war, um das Ansehen der katholischen Kirche zu zerstören".

Die neuen Ergebnisse unterstützten die „unleugbare Schlussfolgerung", dass „Papst Pius XII. ein wahrer Held" des Zweiten Weltkriegs gewesen sei. „Es ist durchaus möglich, dass er mehr Juden gerettet hat als alle religiösen und politische Führer der Welt zusammen. Darüber hinaus tat er all das im wahren Geist des Heldentums im Angesicht der Gefahr von deutschen Gewehren, die 180 Meter von seinem eigenen Fenster entfernt ausgerichtet wurden."