Pius XII. spielte eine aktive Rolle im Widerstand gegen Hitler

Stiftung bringt neues Dokument an die Öffentlichkeit

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NEW YORK, 24. Juni 2009 (ZENIT.org).- Neue Dokumente im Besitz der „Pave the Way Foundation", einer Stiftung zur Förderung des interreligiösen Dialogs, „scheinen zu bestätigen, dass Papst Pius XII. ein aktiver Gegner Adolf Hitlers war". Dies betont Gary Krupp, selber Jude und Präsident der Stiftung, im Gespräch mit ZENIT.

„Bei unserem letzten Einsatz in Deutschland mit Michael Hesemann, unserem Vertreter in Deutschland, fanden wir viele neue Originaldokumente, die wir auf unsere Website stellten", so Krupp. So wird Papst Pius XII. etwa als „Mitverschwörer im geplanten Hitler-Attentat vom 20.Juli 1944 bezeichnet". Der Kaltenbrunner-Bericht an Adolf Hitler vom 29. November 1944 auf der Homepage von „Pave the Way" nenne „speziell Eugenio Pacelli, Papst Pius XII., einen Beteiligten des Plans".

Ebenso erwähnt Gary Krupp eine eidesstattliche Erklärung von General Karl Wolff, der von Heinrich Himmler 1943 zum Höchsten SS- und Polizeiführer in Italien berufen worden war. „Wolff bezeugt, dass er von Hitler beauftragt wurde, einen Überfall auf den Vatikan zu planen, um Pius XII. zu kidnappen und den Vatikan zu erobern. Diese geplante Entführung wird von vielen Historikern aus Mangel an dokumentierten Beweisen heruntergespielt."

Ein weiteres Ereignis, das Teil der Kontroverse rund um Papst Pius ist, betrifft die Deportation von mehr als 1000 Juden von Rom nach Auschwitz. Die Stiftung stieß auf ein Telegramm von Berlin an die SS-Hauptquartiere in Rom, das die Verhaftung von 8000 römischen Juden anordnete, die freilich nicht ins Konzentrationslager Auschwitz überführt werden sollten, sondern in das Arbeitslager von Mauthausen. „Nach einem erfolgreichen päpstlichen Eingriff wurden nur wenig mehr als 1000 Juden verhaftet", berichtet Krupp. Der „persönliche und direkte Einsatz Papst Pius XII., die Verhaftungen der Juden in Rom am 16. Oktober 1943 zu beenden", sei bestätigt worden. Unklar sei, warum die restlichen 1000 Juden ins Konzentrationslager und nicht in das Arbeitslager geschickt worden waren. Nach der Verhaftung der 1000 Juden entsandte Pius XII. einen Vertreter, um deren Freilassung zu veranlassen, dem aber der Zutritt verweigert wurde.

Laut Krupp ordnete der Heilige Vater damals an, dass die Juden Roms in allen kirchlichen Einrichtungen Zuflucht fanden, auch unter Missachtung der vorgeschriebenen Regeln in den Klöstern. Krupp ermuntert dazu, die Homepage seiner Stiftung zu besuchen, um die „Wahrheit kennen zu lernen und seine eigenen Schlussfolgerungen aus den Handlungen des Heiligen Stuhls während des Krieges zu ziehen": http://www.ptwf.org