Plädoyer für die christlichen Bestattungsformen

Erzbischof Schick: „Schnell und billig weg ist unmenschlich und unchristlich“

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BAMBERG, 7. November 2007 (ZENIT.org).- Die individuelle Bestattung der Verstorbenen gehöre zu unserer Kultur, die anonyme untergrabe die Menschlichkeit, bekräftigte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick am Gedenktag Allerseelen.



Der Hirte rief zur Wahrung der christlichen Bestattungsformen auf, zu der die Verabschiedung des Verstorbenen nach Eintritt des Todes durch Verwandte und Freunde genauso gehöre wie Ehrung seines Leibes durch die „Bettung“ in einen geschmückten Sarg – selbst wenn später eine Einäscherung stattfinden sollte.

„Schnell und billig weg ist unmenschlich und unchristlich“, betonte Erzbischof Schick, der zugleich auf den Vorrang von Gebet und Eucharistiefeier für den Verstorbenen hinwies. Sie verdeutlichten, dass jedes Menschenleben Ewigkeitswert habe und zu Gott in den Himmel gelangen solle.

Zur christlichen Bestattung gehöre auch das Einsenken des Leichnam in ein individuelles Grab, an dem der Name des Verstorbenen verzeichnet sei und ein Zeichen der christlichen Hoffnung, normalerweise ein Kreuz, angebracht werde. An diesem Ort der Beerdigung könnten die Angehörigen und Bekannten trauern.

„Wer nicht trauert, ist oder wird treulos.“ Wenn die Individualität der Verstorbenen durch die anonymen Bestattungen untergraben werde, wirke sich das auch auf den Umgang der Lebenden miteinander aus, warnte der Erzbischof. „Wer die Menschlichkeit an einem Punkt vernachlässigt, untergräbt sie ganz.“

Papst Benedikt XVI. rief am Montag während der Exequien für die in diesem Jahr gestorbenen Kardinäle und Bischöfe im Petersdom neuerlich zum Gebet für die Verstorbenen auf. Dieses Gebet sei ein Gebet der Hoffnung, hob er hervor.

Das Fürbittgebet stützt sich auf jene Szene im Johannesevangelium, in der Jesus den Vater darum bittet, seine Jünger auch im Himmel bei sich zu haben: „Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt“ (Joh 17,24).