Politiker im Kongo fordern gute Regierung und Kampf gegen jede Korruption

Dritter Kongress katholischer Führungspersönlichkeiten will alle Bevölkerungsschichten mobilisieren

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KINSHASA, 31. März 2009 (ZENIT.org).- Mit einem „Manifest für eine gute Regierung und für den Kampf gegen jede Korruption” ging in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa der dritte Kongress katholischer Führungspersönlichkeiten zu Ende.

Vertreter der katholischen Kirche im Kongo riefen Politiker und Beamten zu guter Regierungsführung und Verwaltungstätigkeit auf. Das Treffen wurde von der bischöflichen Kommission für das Laienapostolat (CEAL) veranstaltet, meldete die kongolesische Nachrichtenagentur DIA.

Die Korruption lähme das Bemühen um politischen, wirtschaftlichen, sozialen, moralischen und geistlichen Fortschritt in der Demokratischen Republik Kongo, so die katholischen Politiker im Rahmen des Seminars, das am 22. März zu Ende ging. „Wir möchten, dass katholische Politiker ein Vorbild sind, und dass sie sich des Problems bewusst werden, denn es handelt sich um eine Praxis, die unser Land umbringt. Korruption, ob es uns gefällt oder nicht, ist der Entwicklung des Landes nicht förderlich“, so der Tenor der bischöflichen Kommission.

Korruption, so beklagten die Beteiligten, sei auch Ursache der wachsenden Armut: „Wie sich im Krieg einige wenige bereichern, so nutzen andere die Korruption, um sich selbst zu bereichern. Das bedeutet, dass andere wegen der Korruption gezwungen sind, in Armut zu leben.“

Am Ende des dreitägigen Seminars verpflichteten sich die katholischen Politiker im Rahmen eines Gottesdienstes in der Kirche vom Heiligen Herzen in Kinshasa zur Bekämpfung der Korruption auf nationaler und lokaler Ebene. Außerdem kündigten sie für den 50. Jahrestag der Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Kongo ein „Jahr ohne Korruption“ an.

Das kommende Jahrzehnt soll nun dem Bemühen um eine gute Regierung und dem Kampf gegen jede Korruption gewidemt sein, bekräftigten die katholischen Politiker, die alle Bevölkerungsteile des Landes einluden, sich dieser Initiative anzuschließen.

Wie die Nichtregierungsorganisation „Transparency International“ meldet, befinden sich sechs der zehn Länder, in denen die Korruption am meisten verbreitet ist, in Afrika. Die Demokratische Republik Kongo belegt zusammen mit Äquatorialguinea den 171. Platz auf der internationalen Liste der korrupten Länder (jene Länder, in denen die Korruption am wenigsten verbreitet ist, nehmen die ersten Plätze ein).