Politiker müssen die transzendente Würde des Menschen im Auge behalten

Ansprache von Kardinal Renato Martino bei einer Studientagung im Vatikan

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ROM, 20. Juni 2008 (ZENIT.org).- Der erste und wichtigste Beitrag, den die Kirche zum politischen Leben beisteuert, bestehe darin, „den Sinn für die transzendente Würde des Menschen“ zu schärfen, bekräftigte Kardinal Renato Martino, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, am heutigen Vormittag anlässlich einer Tagung zum Thema „Politik, eine anspruchsvolle Form der Caritas“ im Vatikan.



Wenn die Politik agiere, als ob es Gott nicht gäbe, verliere sie nach und nach den Sinn für die unantastbare Würde des Menschen, warnte der Kurienkardinal vor rund 60 Tagungsteilnehmern, darunter Politologen und Personen, die im Sozialbereich engagiert sind. Die katholische Kirche könne daher niemals davon ablassen, auf die öffentliche Bedeutung des Glaubens hinzuweisen.

„In der Botschaft Christi, die die Kirche verkündet“, finde der Mensch die Kraft, „um den anderen genauso zu lieben wie sich selbst; all das zu bekämpfen, was gegen das Leben gerichtet ist; die grundlegende Gleichheit aller Menschen zuzulassen; gegen jede Form von Diskriminierung zu kämpfen; eine rein individualistische Ethik zu überwinden.“

Gerade in der heutigen Zeit ist es nach Worten von Kardinal Martino erforderlich, darauf aufmerksam zu machen, dass wahre Demokratie eine Seele benötige: den unbedingten Wert der menschlichen Person, die für andere Menschen und für Gott offen ist.