Positive Bilanz des Heiligen Stuhls für das Jahr 2010

Trotz der Krise ein Aktivbestand von ungefähr 10 Millionen Euro

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ROM, Dienstag, 5. Juli 2011 (ZENIT.org). - Trotz der „Elemente von Unsicherheit und Instabilität“, die von der schweren Finanzkrise des Jahres 2008 ausgelöst wurden, ist es dem Vatikan gelungen, die ökonomische Abschlussrechnung des Jahres 2010 mit einem Aktivbestand von ungefähr 10 Millionen Euro abzuschließen. Dies ist das Ergebnis, das der Mitteilung des Rates der Kardinäle für die Untersuchung organisatorischer und ökonomischer Probleme des Heiligen Stuhls zu entnehmen ist.

Ökonomische Bilanz des Heiligen Stuhls

Die Prüfung der Buchführung in den vergangenen Tagen unter dem Vorsitz von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone wies Einnahmen von  ungefähr 245 200 000 gegenüber Ausgaben von ungefähr 235 350 000 mit einem Gewinn von ca. 9 850 000 aus.

Die Zahlen, erläutert von dem Präsidenten der Präfektur für ökonomische Geschäfte des Heiligen Stuhls, Kardinal Velasio de Paolis, wurden von der offiziellen Mitteilung begleitet, dass die Bilanz des Jahres 2010 „die positive Tendenz des Jahres 2009 zu verstärken scheint, welche ihrerseits bereits die negativen Effekte der starken Finanzkrise des Jahres 2008 ausgeglichen hat“.

Die Ausgaben, liest man weiter, „werden größtenteils für die gewöhnlichen sowie den außerordentlichen Kosten der Dikasterien und Organe des Heiligen Stuhls getätigt, die mit ihren spezifischen Aktivitäten  an der pastoralen Pflege des Heiligen Vaters der Weltkirche teilnehmen.“

Es wird auch die Gesamtanzahl des vom Heiligen Stuhl angestellten Personals angegeben, das sich am 31. Dezember 2010 auf 2.806 Personen belief gegenüber 2.762 im Jahr 2009.

Leitung des Vatikanstaates

Unter den Prüfungen des Tages war auch die Abschlussrechnung der Leitung des Vatikanstaats. Es wurden Einnahmen von beinahe 256 235 000 verzeichnet mit einem effektiven Gewinn von 21 000 000. Euro.

„Zu diesem Ergebnis“, wird kommentiert, „trugen sowohl das hervorragende Ergebnisse bei den Vatikanischen Museen bei, insbesondere die gestiegene Besucherzahl, was eine Gegentendenz zur Krise des weltweiten Tourismusbereich darstellt; es ist aber auch eine Folge der Erholung auf den Finanzmärkten“.

Die ökonomische Bilanz der Vatikanstadt mit ihren Museen und Dienstleistungen, die sie wie jede andere Stadt (von der Apotheke bis zum Supermarkt) hat, ist unabhängig vom Heiligen Stuhl.  Dessen ökonomische Bilanz verzeichnet keine direkten Einnahmen außer den Spenden der Diözesen, der religiösen Kongregationen und von Gläubigen aus der ganzen Welt.

Die offizielle Mitteilung unterstreicht sodann die Bemühungen der Regierung, mit seinen 1.876 Angestellten (im Jahr 2009 waren es 1.891) zur Wartung und Erhaltung dessen beizutragen, „was zurecht als eines der größten kunstgeschichtlichen Erbes der Menschheit betrachtet wird“.

Peterspfennig, eine unabhängige Kollekte

Die Kardinäle des Rates untersuchten dann die Ergebnisse bezüglich des Peterspfennigs, einer Kollekte, die in den meisten Pfarreien der Welt anlässlich des Festes der heiligen Petrus und Paulus am 29. Juni gesammelt wird, dem Tag der Liebe zum Papsttum.

Das eingesammelte Geld, das vom Papst nicht für die Ausgaben des Heiligen Stuhls, sondern zur Hilfe für die Ärmsten aufgewendet wird, beinhaltet die Beiträge von Instituten gottgeweihten Lebens,  Gesellschaften apostolischen Lebens sowie privater Spender.

Im Jahre 2010  belief sich der Peterspfennig auf insgesamt 67 700 000 US-Dollar. Das war etwas weniger  als im Vorjahr. Dennoch, so die Mitteilung, drückten die Mitglieder des Rates „denen ihren Dank und ihre Wertschätzung aus, die mit ihrem Beitrag die pastoralen und karitativen Bemühungen des Papstes unterstützen wollen, besonders in Situationen von Unglück und Notfällen an verschiedenen Orten der Welt“.

Die zuletzt genannten Zahlen bezogen auf sich den Betrag, der zugunsten der zentralen Struktur der Kirche  laut Artikel 1271 des Kanonischen Rechts verwendet wird, nämlich 27 360 000 US-Dollar. Auch hier handelt es sich um weniger als im Vorjahr. Weiterhin handelt es sich um den Betrag der eingenommen Spenden seitens anderer Organisationen, unter denen der IOR, die dem Heiligen Vater 55 Millionen für seine Aktivitäten spendete.