Post-Abortion-Syndrom: Fachzeitschrift „Lancet“ fordert Maßnahmen-Paket

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WIEN, 11. September 2008 (ZENIT.org).- Das internationale medizinische Journal „Lancet“ spricht sich für mehr psychologische Hilfe für Frauen nach Abtreibungen aus.

Wie im aktuellen Rundschreiben des Wiener Instituts für medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) berichtet wird, werden in dem entsprechenden Editorial (2008; 372: 602) die Aussagen eines Berichts der American Psychological Association widerlegt. Diese hatte Mitte August einen Bericht vorgelegt, wonach es keinerlei wissenschaftlich gesicherte Daten gebe, dass Frauen, die innerhalb des ersten Trimesters abtreiben, ein größeres Risiko hinsichtlich mentaler Gesundheit eingingen als solche, die ihr Kind zur Welt brächten. Dem widerspricht „Lancet“ und warnt vor einer Verniedlichung des Problems: Die Tatsache, dass Frauen nach einer Abtreibung psychische Probleme hätten, dürfe nicht banalisiert werden. Es bedürfe vielmehr eines Maßnahmen-Paketes zur Nachbetreuung von Frauen nach Abtreibungen.

IMABE verwies in diesem Zusammenhang auf eine im „Scandinavian Journal of Public Health“ publizierte Langzeitstudie in Norwegen, aus der her hervorgeht, dass vor allem junge Frauen, die abtreiben ließen, später stärker zu Depression neigen als andere (2008; 36(4): 424-428). Die Ergebnisse der Studie, bei der der Soziologe Willy Pedersen an der Universität Oslo elf Jahre hindurch 768 Frauen im Alter zwischen 15 und 27 Jahren wissenschaftlich begleitet hat, zeigten außerdem, dass das Suchtverhalten (Alkohol und Drogen) bei jungen Frauen nach einer Abtreibung signifikant höher war als bei jenen, die sich für ihr Kind entschieden haben (Addiction 2007; 102(12): 1971-1978).