Präsenz evangelischer Freikirchen im Mitteldeutschen Rundfunk

Glaube und Freiheit gehören zusammen

| 815 klicks

ROM, 19. April 2012 (ZENIT.org). - Zehn evangelische Freikirchen waren im letzten Jahr mit 370 Beiträgen in unterschiedlichen Programmen und Funkhäusern des MDR vertreten, wie die Agentur APD berichtet.

Professor Dr. Peter Zimmerling, Leiter des Instituts für Praktische Theologie an der Universität Leipzig, wies bei einer Informationsveranstaltung in Leipzig in einem Referat „Glaube und Freiheit – Warum beides zusammengehört“ darauf hin, dass normalerweise in der Gesellschaft Christentum und Glaube nicht mit Freiheit, sondern eher mit der Befolgung von Geboten in Zusammenhang gebracht werde. Dennoch habe Europa im Christentum seine Wurzeln. Kein europäischer Staat scheine ohne Beachtung dieser Wurzeln existieren zu können. Die Kirchen, ganz gleich ob große oder kleine, müssten sich heute wie auf einem Markt behaupten. Dabei stünden sie durch Migration immer mehr in Konkurrenz zu nichtchristlichen religiösen Sinnangeboten.

„1989 waren die Kirchen in der DDR ein Raum für Freiheit in einer Umgebung der Unfreiheit“, hob Zimmerling hervor. Sie hätten maßgeblich dazu beigetragen, dass die Revolution nicht eskalierte, sondern friedlich blieb. Christen bejahten den weltanschaulich neutralen Staat, der die Religionsfreiheit garantiere. Das bedeute aber nicht nur „Freiheit von Religion“, sondern auch „Freiheit zur Religion“. Inzwischen kehre die Religion in die Öffentlichkeit zurück; etwa beim Einschulungsgottesdienst oder bei einem von der Bevölkerung gewünschten Gottesdienst nach einer Katastrophe oder einem Gewaltverbrechen.

Die Freikirchen hätten als früher von Staat und Kirche verfolgte Minderheit die Chance deutlich zu machen, dass Glaube und Freiheit zusammengehörten. In der Öffentlichkeit sei beim Thema Kirche immer noch die staatskonforme Kirche im Gedächtnis. Die Landeskirchen müssten daher mehr freikirchliche, das heißt „bürgernahe“, Strukturen entwickeln.

Der Senderbeauftragte der Evangelischen Freikirchen beim MDR, Christoph Maas, betonte seinerseits, dass viele jüngere und ältere Menschen eine überschaubare und verbindliche Gemeinschaft mit anderen Christen suchten. Das scheine auf den ersten Blick dem modernen Lebensgefühl zu widersprechen. Doch sei die Frage nach verbindlichen Werten in den vergangenen Monaten wieder lauter geworden. „Menschen möchten sich an etwas orientieren können. Deshalb gehört es zu einer pluralistischen Gesellschaft, dass Christen sich in die Diskussion einmischen und ihre Jahrhunderte alten Positionen einbringen, ohne jemandem ihre Überzeugung aufzwingen zu wollen“, so Maas.