Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben bestätigt: Pillen mit abortiver Wirkung dürfen nicht verabreicht werden

Linie der deutschen Bischöfe im Einklang mit der Lehre der Kirche

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 1003 klicks

Ungenauer Sprachgebrauch in der Angelegenheit der so genannten „Pille danach“ stifte auch unter Katholiken Verwirrung. Die Linie der Deutschen Bischofskonferenz in dieser Frage sei absolut richtig. Dies bestätigte der Präsident der „Päpstlichen Akademie für das Leben“, Bischof Ignacio Carrasco de Paula, nach Radio Vatikan am Rande eines Kongresses seiner Akademie im Vatikan am vergangenen Wochenende. Was die deutschen Bischöfe bei ihrer jüngsten Vollversammlung erklärt hätten, entspreche dem, was der Vatikan bereits seit 50 Jahren lehre.

Bischof Carrasco de Paula habe betont, dass auch viele Katholiken diese Lehre mehrfach falsch verstanden hätten. Der entscheidende Punkt sei, so Carrasco, dass laut Lehre der Kirche nach einer Vergewaltigung Mittel erlaubt seien, die eine Befruchtung der Eizelle verhinderten. Eine mit Gewalt aufgezwungene sexuelle Vereinigung könne nicht als ein für das Leben offener Akt verstanden werden, wie es für eine Ehe gelte. Daher seien Mittel erlaubt, die eine Befruchtung verhinderten. Mittel, die den Tod einer befruchteten Eizelle oder eines Embryos herbeiführten, seien hingegen moralisch nicht gestattet.

Durch den ungenauen Sprachgebrauch, der zwei ganz unterschiedliche Präparate unter dem Oberbegriff „Pille danach“ zusammenfasse, sei es zur Verwirrung gekommen.

In dem abschließenden Pressegespräch der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz zu moraltheologischen Fragen der „Pille danach“ hatte es geheißen:

„Die Vollversammlung hat sich aus aktuellem Anlass mit den moraltheologischen Aspekten der Verabreichung der so genannten ‚Pille danach‘ für Frauen, die einer Vergewaltigung zum Opfer gefallen sind, befasst. Kardinal Karl Lehmann (Mainz) als Vorsitzender der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz hat auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Verfügbarkeit neuer Präparate mit geänderter Wirkweise die moraltheologische Bewertung der Verwendung einer so genannten ‚Pille danach‘ dargestellt.

Die Vollversammlung hat bekräftigt, dass in katholischen Krankenhäusern Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung geworden sind, selbstverständlich menschliche, medizinische, psychologische und seelsorgliche Hilfe erhalten. Dazu kann die Verabreichung einer ‚Pille danach‘ gehören, insofern sie eine verhütende und nicht eine abortive Wirkung hat. Medizinisch-pharmazeutische Methoden, die den Tod eines Embryos bewirken, dürfen weiterhin nicht angewendet werden. Die deutschen Bischöfe vertrauen darauf, dass in Einrichtungen in katholischer Trägerschaft die praktische Behandlungsentscheidung auf der Grundlage dieser moraltheologischen Vorgaben erfolgt. Auf jeden Fall ist die Entscheidung der betroffenen Frau zu respektieren. Die Vollversammlung anerkennt die Notwendigkeit, neben ersten Stellungnahmen zur ‚Pille danach‘ die weiteren Zusammenhänge der Fragestellung – auch im Kontakt mit den in Rom Zuständigen – vertieft zu ergründen und notwendige Differenzierungen vorzunehmen. Die Bischöfe werden entsprechende Gespräche mit den Verantwortlichen der katholischen Krankenhäuser, mit katholischen Frauenärztinnen Die Bischöfe werden entsprechende Gespräche mit den Verantwortlichen der katholischen Krankenhäuser, mit katholischen Frauenärztinnen und -ärzten sowie mit Beraterinnen und Beratern führen.“

Der Vorsitzende des Forums Deutscher Katholiken, Prof. Dr. Hubert Gindert, hatte in einer Presseerklärung die Haltung der deutschen Bischöfe begrüßt:

„Wir begrüßen, dass die Kirche Frauen in Notlage zur Seite steht. Dazu zählen alle Maßnamen, die im Einklang mit der Kirche stehen und die mit den entsprechenden Stellen der Universalkirche abgestimmt sind. Im Falle einer Vergewaltigung kann dies die ‚Pille danach‘ sein wenn sie eine Befruchtung verhindern kann und gleichzeitig nicht abtreibend wirkt. Nach den Erfahrungen mit der Einbindung der Kirche in die staatliche Schwangerenkonfliktberatung mit Erteilung des Beratungsscheins ist der Satz ‚In jedem Fall ist die Entscheidung der Frau zu respektieren‘ noch näher zu präzisieren. Der Versuch einiger Medien, die Verwirrung in der öffentlichen Diskussion zu instrumentalisieren, um die bekannten Forderungen nach Anpassung der katholischen Kirche an den Zeitgeist durchzusetzen, ist durch die Beschlüsse der deutschen Bischöfe gescheitert.‘