Präsident Putin trifft Papst Franziskus

Einstimmigkeit bei Friedensbemühungen

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 269 klicks

Gestern am späten Nachmittag empfing Papst Franziskus um 17 Uhr den Präsidenten der Russischen Föderation Vladimir Putin in einer Privataudienz im Vatikan. Putin war zum vierten Mal während seiner Amtszeit im Vatikan. Zwei Mal traf er Johannes Paul II.; zuletzt besuchte er 2007 Benedikt XVI. 

Wie der Vatikan im Anschluss bekannt gab, dauerte das Gespräch mit Papst Franziskus etwa eine halbe Stunde. Die angesprochenen Themen betrafen unter anderem die katholischen Christen in Russland und die Lage in Syrien.

Putin zeigte sein Einvernehmen mit Papst Franziskus in Fragen der Dringlichkeit eines Endes der Kampfhandlungen und der Gewalt sowie bezüglich der Notwendigkeit humanitärer Hilfen für die notleidende Bevölkerung in den betroffenen Gebieten. Für eine friedliche Lösung des Konfliktes brauche es konkrete Initiativen. Entscheidend sei, die verschiedenen, in der syrischen Gesellschaft eine wichtige Rolle spielenden ethnischen und religiösen Gruppen in eine diplomatische Beziehung mit einzubeziehen.

Während der Audienz bedankte sich Putin bei Papst Franziskus für dessen Brief, den dieser ihm anlässlich des G20-Treffens in Sankt Petersburg im September geschrieben hatte. Papst Franziskus hatte in seinem Brief auf eine friedliche Lösung des Syrienkonflikts plädiert und die Notwendigkeit eines gerechteren weltweiten Finanzsystems angesprochen. Der Konflikt in Syrien sei von Beginn an  von Einzelinteressen dominiert worden, die eine Lösung erschwerten, so der Pontifex in seinem Brief.

Wie das Präsidentschaftsbüro mitteilte, schenkte Putin dem Papst eine Kopie der Ikone der Gottesmutter von Wladimir, dessen Original als ein Nationalheiligtum Russlands gilt und aus dem 11. oder 12. Jahrhundert stammt. Bei der Übergabe küsste Putin das Gemälde nach orthodoxem Brauch und bekreuzigte sich, so anwesende Medienvertreter. Im Gegenzug übergab Papst Franziskus Putin eine Keramik-Darstellung der Vatikanischen Gärten. 

Putin wurde von Außenminister Sergej Lawrow, Vize-Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch, Verteidigungsminister Sergej Schoigu, sowie weiteren Delegationsmitgliedern und Diplomaten bei seiner Audienz begleitet. Im Anschluss an die Begegnung mit Papst Franziskus traf die russische Delegation mit Erzbischof Pietro Parolin, dem neuen vatikanischen Staatssekretär, zusammen.

Putin überbrachte Papst Franziskus die Grüße des russischen orthodoxen Patriarchen Kyrill I. Neuigkeiten über ein Treffen zwischen dem Papst und dem Patriarchen wurden nicht bekannt.