Präsident von Caritas International äußert sich zu Situation in Gaza

Schreiben von Kardinal Rodríguez Maradiaga

Rom, (ZENIT.org) Redaktion | 643 klicks

Heute äußerte sich der Präsident von Caritas International, Kardinal Oscar Andrés Rodrígez Maradiaga, in einem Schreiben zur Lage im Gazastreifen. Nach mehr als drei Wochen Auseinandersetzung mit 1450 getöteten Palästinensern, 61 getöteten israelischen Soldaten und 3 Zivilisten auf israelischem Gebiet, ist endlich eine Waffenruhe stabilisiert worden. Der Erzbischof von Tegucigalpa (Honduras), der auch Koordinator des Kardinalsrates ist, schrieb, dass der dritte Krieg zwischen Israel und dem Gazastreifen innerhalb von fünf Jahren eingenommen der missglückten Verhandlungen dazu geführt hätten, dass die Palästinenser im Gazastreifen ein menschenunwürdiges Leben führen würden. Es gebe keine sicheren Schutzräume bei Bombenangriffen, die Krankenhäuser seien hoffnungslos überfüllt.

In seinem Schreiben sagt Maradiaga, der Pfad zur Versöhnung sei lang, er beginne bei jedem selbst. Die beiden Konfliktparteien, Israelis und Hamas, seien dazu aufgefordert ihre Waffen niederzulegen und sich mit einem Fernglas darüber zu informieren, dass die meisten Opfer unschuldige Menschen seien. Der Kardinal rief dazu auf, die Blockaden im Gazastreifen aufzuheben und den Menschen ein sicheres und würdevolles Leben zu ermöglichen. Er bete für die Familien der Palästinenser und der Israelis, die einen oder mehrere Familienangehörige verloren haben. Besonders seien seine Gebete mit den Kindern, die im Terror leben würden und deren seelische Narben noch lange sichtbar sein werden würden. Auch ging Maradiaga in seinem Schreiben auf die Helfer der Caritas ein, die ihr Leben in den betroffenen Gebieten riskieren würden.

Zum Abschluss des Schreibens zitierte der Kardinal die Worte Benedikts XV. anlässlich des 100. Jahrestags des Ausbruchs des ersten Weltkriegs: „Gewalt kann die Körper bezwingen, nicht aber die Seelen der Menschen“. Er bete dafür, dass auch die Seelen der Palästinenser und der Israelis frei bleiben mögen, um an eine Zukunft der Gerechtigkeit und des Friedens glauben zu können.