Präsidentin der Fokolarbewegung Maria Voce besucht Deutschland

Reise zu den Ursprüngen

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 641 klicks

Die Präsidentin der Fokolarbewegung, Maria Voce, reist gemeinsam mit dem Mitpräsidenten der Bewegung, Giancarlo Faletti, seit dem 2. Mai durch Deutschland. Unterbrochen wird der fast den ganzen Monat Mai über dauernde Aufenthalt in Deutschland nur am 18. und 19. Mai; an Pfingsten wird nämlich das Treffen der Bewegungen mit Papst Franziskus stattfinden.

Die Reise führt Voce und Faletti an die Orte, von denen aus sich die Fokolarbewegung in Deutschland ab 1955 verbreitete. Die Fokolarbewegung, die in 182 Ländern vertreten ist, hat heute in Deutschland rund 37.000 Freunde, rund 5000 davon zählen zum Mitarbeiterstab.

Um die Verbreitung der Fokolarbewegung in der damaligen DDR machten sich besonders der damalige Bischof von Meißen, Msgr. Otto Spülbeck (1904-1970), und Alfred Kardinal Bengsch (1921-1979) aus Berlin verdient. Beide hatten sich an die Gründerin der Fokolarbewegung, Chiara Lubich (1920-2008), mit der Bitte gewandt, Fokolare auch in die DDR zu senden. Chiara Lubichs Interesse galt seit den 60er Jahren vor allem der Ökumene, dem interreligiösen, interkulturellen und gesellschaftlichen Dialog, der gesellschaftliche und soziale Grenzen überwinden und verschiedendste Gruppen zusammenführen kann.

Da in der DDR damals Ärztemangel herrschte, war die Einreise medizinisch geschulten Personals aus dem Ausland erleichtert. Schließlich konnte eine Gruppe von acht deutschen und italienischen Ärzten nach Ostberlin und Leipzig reisen. Die Fokolarbewegung verbreitete sich von Ostdeutschland aus in weitere Ostblockländer, vor allem nach Polen, Ungarn und in die Tschechoslowakei.

Während der Rundreise durch Deutschland wird den Anfängen der gesamtdeutschen Fokolarbewegung nachgespürt. Das umfangreiche Programm nahm am 2. Mai seinen Auftakt im Mariapoli-Zentrum in Zwochau. Heute ist an der Katholischen Akademie in Berlin ein öffentlicher Vortrag Maria Voces zum Thema „Dialog des Lebens“ angesetzt, in Leipzig wird am 6. Mai ein Treffen mit Zeitzeugen stattfinden. Die in den östlichen Bundesländern angesetzten Termine sollen der Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Geschichte und mit der nicht religiös geprägten Gesellschaft im Osten Deutschlands dienen. Die Reise durch den Nordwesten Deutschlands wird Anna Voce am 10. Mai nach Aachen führen, wo wo ein Treffen mit Vertretern des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und Theologen aus dem Umkreis des früheren Aachender Bischofs Klaus Hemmerle (1929-1994), einem der Mitbegründer der Fokolarbewegung, stattfinden wird.

Der zweite Teil der Reise beginnt am 23. Mai und wird bis zum 2. Juni in Süddeutschland, in Bayern und Baden-Württemberg, verlaufen. Unter anderem sind ein Treffen mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, und der Besuch des ökumenischen Zentrums, der Siedlung Ottmaring, vorgesehen. Die Fokolarbewegung hat weltweit 63 Schulungszentren und unterhält insgesamt 35 Modellsiedlungen.