Präsidentin der kfd: "Kirchliches Ehrenamt ist überwiegend weibliches Ehrenamt"

Frauen stellen ihre Charismen, ihre Gaben und Fähigkeiten, in den Dienst der Kirche

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BONN, 5. Dezember 2009 (ZENIT.org/dbk.de).- "Kirchliches Ehrenamt ist überwiegend weibliches Ehrenamt" erklärte Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, kfd bei der 3. Fachtagung zu Fragen der Geschlechtergerechtigkeit.(ZENIT berichtete). " Ohne die Frauen in den Gemeinden und Verbänden, die mit großem Engagement in der Liturgie, der Verkündigung und auch dem konkreten Dienst am Nächsten tätig sind, wären unsere Kirchen leer und insgesamt ärmer", so die Vertreterin von über eine Million Frauen in Deutschland.

"In ihrem ehrenamtlichen Engagement haben Frauen in ihren jeweiligen Führungsämtern und aufgrund ihrer sakramentalen Taufe und Firmung Anteil an der Berufung, Volk Gottes in der Welt von heute zu sein und somit aktiv am Heilsdienst der Kirche mitzuwirken. Dieser unverzichtbare Beitrag von Frauen muss insgesamt sichtbarer und deutlicher werden", so Opladen.

"Wir wünschen uns neben einer eindeutigen Kultur der Anerkennung und wertschätzenden Haltung auf allen Ebenen der Kirche auch eine Verankerung in den kirchlichen Strukturen. Im Rahmen dessen, was zurzeit kirchenrechtlich möglich ist, könnten Frauen auch im Ehrenamt weitaus mehr Leitungsämter einnehmen, als sie es konkret tun. Ich denke hier z.B. an die Beratung und Mitarbeit bei bischöflichen Kommissionen oder an die Leitung von Räten, Gremien und Verbänden", so die Präsidentin der AG Katholischer Frauenverbände.

"Über die bischöfliche Beauftragung zu bestimmten ehrenamtlichen Diensten und Ämtern sollten wir gerade nach dieser Tagung miteinander im Gespräch bleiben", erklärte Opladen. "Darüber hinaus treten wir ausdrücklich dafür ein, dass die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass Frauen und Männer neben ihrer Erwerbs- und Familienarbeit ehrenamtlich tätig bleiben oder werden können. Kirche und Gesellschaft können auf die Potentiale und Kompetenzen einer gut ausgebildeten Generation nicht verzichten".

"Kirche und Gesellschaft sollen die Vielfalt der Generationen auch im Ehrenamt abbilden können. Dabei wird die Qualifizierung von Ehrenamtlichen in Führungspositionen in unserer pluralen und schnelllebigen Gesellschaft immer wichtiger. Insgesamt wird sich in Zukunft das Ehrenamt mehr und mehr professionalieren. Ehrenamtliche haben daher einen nachhaltigen und verlässlichen Anspruch auf Weiterbildung und Qualifizierung, die letztlich auch berufsqualifizierend anzuerkennen sind. Wir wünschen uns sehr, dass Frauen in ehrenamtlichen Führungspositionen in unserer Kirche und in der Gesellschaft mit ihren auch innovativen Kompetenzen ideell und strukturell willkommen sind. Nur so kann unsere Kirche auch in Zukunft glaubwürdig sein und bleiben. Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften auf den unterschiedlichen Ebenen unseren Beitrag aus der Perspektive von Frauen dazu leisten!"