Präsidentin von Brasilien lädt Papst zum WJT 2013 ein

Zwei Marien-Ikonen als Geschenk der orthodoxen Repräsentanten

Rom, (ZENIT.org) | 888 klicks

Die Audienz von Papst Franziskus mit den Repräsentanten der nicht-katholischen Glaubensgemeinschaften und Stellvertretern anderer religiöser Traditionen, die gestern in der „Sala Clementina“ im Vatikanpalast stattfand, war geprägt durch einige persönliche Treffen mit religiösen und politischen Führungspersönlichkeiten.

Um ungefähr 11 Uhr vormittags empfing der Heilige Vater die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff, mit der er ein herzliches viertelstündiges Gespräch führte.

Rousseff erneuerte die Einladung zum Weltjugendtag 2013 nach Rio de Janeiro, der vom 23. bis 28. Juli stattfinden soll. Einigen Quellen zufolge soll die brasilianische Präsidentin eine positive Antwort von Seiten des Papstes erhalten haben. Der Pressesprecher des Vatikans, P. Federico Lombardi SJ, erinnerte aber daran, dass es noch keine offizielle Bestätigung der Teilnahme des Papstes für Rio de Janeiro gebe.

Präsident Rousseff nahm als Geschenk des Papstes eine Ausgabe des Schlussdokumentes der 5. Bischofskonferenz der lateinamerikanischen Bischöfe in Aparecida (13.-31 Mai 2007) in Empfang. Die gleiche Geste gab es am vergangenen Montag gegenüber der argentinischen Präsidentin Cristina Kirchner.

Im Anschluss empfing der Papst für ungefähr 20 Minuten den ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus I., den er später bei der Audienz mit allen religiösen Oberhäuptern mit „mein Bruder Andrea“ begrüßte. Das Gespräch zwischen dem Papst und dem Patriarchen wurde von P. Lombardi als „sehr interessant“ bezeichnet.

Danach empfing der Heilige Vater Metropolit Hilarion, die Nummer zwei der orthodoxen Kirche Russlands, der Franziskus eine persönliche Botschaft des Patriarchen von Moskau, Kirill, übermittelte. Bartholomäus I. und Hilarion schenkten dem Bischof von Rom jeweils eine Marien-Ikone.

Während des Briefings für akkreditierte Journalisten unterstrich P. Lombardi unter anderem, die „Einfachheit“ des Stuhls, auf dem der Papst während des Empfangs in der „Sala Clementina“ Platz nahm.

Lombardi stellte fest, dass der Ton dieser letzten Audienz, „zu verstehen gibt, dass der Papst immer eine ausgezeichnete Beziehung zu den Juden in Argentinien hatte“; auch die muslimischen Repräsentanten seien sehr zufrieden gewesen. Bergoglio habe damit wieder einmal seinen Ruf bestätigt, „eine sehr offene Persönlichkeit mit guten Erfahrungen im interreligiösen Dialog zu sein.“

Was die praktischen und logistischen Nachrichten der letzten Tage betrifft, erklärte Lombardi, dass der Papst immer noch in der Residenz Sancta Martha wohne, im selben Zimmer, das er auch am Anfang des Konklave bezogen habe. Ein Datum für den Umzug in die päpstlichen Wohnungen stehe noch nicht fest.

In Erwartung der Bekanntgabe des persönlichen Sekretärs von Papst Franziskus sei zu bemerken, dass der Papst in diesen Tagen die zeitweilige Mitarbeit von Don Alfred Xuareb geschätzt habe, des Untersekretärs von Papst em. Benedikt XVI. Als Erzbischof von Buenos Aires, so stellte Lombardi heraus, habe Kardinal Bergoglio nie einen persönlichen Sekretär im engen Sinne gehabt, vielmehr hätten ihm zwei Damen zur Seite gestanden, die dessen Funktionen übernommen hätten.

Unter den Terminen des Heiligen Vaters für heute wurde ein Treffen mit dem Friedensnobelpreisträger Adolfo Peret Esquivel bestätigt. Dieser habe sich in den letzten Tagen dadurch ausgezeichnet, Bergoglio gegen die Angriffe wegen seiner angeblichen Kollaboration mit der argentinischen Diktatur des Generals Videla in den 70er und 80er Jahren verteidigt zu haben.