Preisgekrönter Dokumentarfilm über Russlands prominentesten Häftling

Gefeierter Politthriller nochmals im Kino

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FRANKFURT, 15. November 2011 (ZENIT.org/IGFM). - Er war der reichste Mann Russlands, zu Gast bei George Bush und Wladimir Putin, einer der mächtigsten russischen Oligarchen. Dann wurde Michail Chodorkowski verhaftet. Heute ist er der prominenteste Häftling Russlands.

Spannend wie in einem Politthriller portraitiert der Berliner Filmemacher Cyril Tuschi in seinem auf der Berlinale 2011 gefeierten Dokumentarfilm „Der Fall Chodorkowski“ einen der schillerndsten und umstrittensten Männer des neuen Jahrtausends. Fünf Jahre lang recherchierte und drehte der Filmemacher in Russland, Deutschland, Israel und den USA. Die Dokumentation zeichnet das Leben des früheren Öl-Oligarchen und seit 2003 inhaftierten Putin-Gegners anhand von Gesprächen mit Familienangehörigen und politischen Weggefährten nach.

Im Februar 2011 machte der Dokumentarfilm bereits vor seinem Berlinale-Start internationale Schlagzeilen. Kurz vor der Welt-Premiere sind unbekannte Täter in der Nacht auf den 4.2.2011 in das Berliner Büro des Dokumentarfilmers Cyril Tuschi eingebrochen, haben die Produktionsräume verwüstet und PCs und Laptops gestohlen, auf denen er Material und die Endfassung seines Filmes gespeichert hatte. Eine gezielte Aktion, denn andere Wertsachen wurden im Büro zurückgelassen. Es war bereits zum zweiten Mal, dass Tuschi binnen weniger Wochen wertvolle Arbeitsmaterialien seines regimekritischen Films „Der Fall Chodorkowski" gestohlen wurden. Doch die Mühe der Täter und deren Auftraggeber war umsonst: Der Berlinale lag bereits eine vorführfähige Version des Films vor.

Zum Inhalt heißt es:

Nowosibirsk am 25. Oktober 2003. Eine russische Spezialeinheit stürmt den Privatjet von Michail Chodorkowski (Chodorkowskij). So endet abrupt die Karriere des reichsten Manns Russlands. Aus dem Chemiestudenten jüdischer Herkunft, dem Komsomol Aktivisten und ersten Gründer einer russischen Privatbank wird schnell ein einflussreicher Banker und Geschäftsmann, der von Gorbatschow und Jelzin protegiert wird.

Chodorkowskij übernimmt die Mineralölfirma Jukos, die er nach westlichem Vorbild transparent  führt. Dabei wird er immer reicher und mächtiger. Er gründet Stiftungen wie „Offenes Russland" und unterstützt die politische Opposition. Als er sich öffentlich mit Präsident Putin anlegt und  die Amerikaner bei „Jukos" mit ins Boot holt, wird es dem Kreml zu viel. Nach einigen Warnungen und Einschüchterungsmanövern lässt der Staat Chodorkowskij wegen Korruption und Steuerhinterziehung verhaften und verurteilen. Bis 2016 sitzt er noch in Haft. Für viele ist er der prominenteste politische Gefangene in Russland, andere nennen ihn schlicht einen Kriminellen.

Termine:

Frankfurt, Samstag 19. November 2011
Harmonie - Filmbeginn 18.00 Uhr

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München, Montag 21. November 2011
Atelier - Filmbeginn 18.30 Uhr

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München, Montag 21. November 2011
Monopol - Filmbeginn 20.30 Uhr

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Die IGFM begleitet den preisgekrönten Film mit einem Infostand.