Priester aus Damaskus über den Krieg
Messfeier mit einer Geräuschkulisse von Schüssen und Explosionen
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ROM, 27. Juli 2012 (Zenit.org).- „Gott allein weiß, wie schwer es mir fällt, Worte zu finden, um den Menschen Mut zu machen, ihre Hoffnung nicht aufzugeben.“ So beschreibt ein Priester aus Damaskus die Gefühle, die sich in der syrischen Hauptstadt breit machen, während die Truppen der Regimegegner näher rücken.
Der Priester, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben will, sprach aus Damaskus per Telefon mit „Kirche in Not“. Er erzählte, wie er am vergangenen Sonntag vor einer Geräuschkulisse von Schüssen und Explosionen die Messe gefeiert habe. „Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich beim Feiern der Messe gegen den Krach von Schüssen und Explosionen ankämpfen musste. Es war sehr schwer. Wir haben intensiv für den Frieden gebetet. Anschließend haben die Gläubigen mich mit Tränen in den Augen umarmt. Obwohl sie immer noch verängstigt waren, sind sie doch gestärkt nach Hause gegangen.“
Die Menschen versuchten, ohne Brot und Lebensmittel, ohne Gas und Strom zurechtzukommen, erklärte der Priester, und das bei Temperaturen um die 43 Grad Celsius. Jetzt liege eine unwirkliche Stille über der Stadt, fügte der Priester hinzu.
Trotz der ungeheuren Probleme werde er nicht fliehen, sagte er des Weiteren. „Ich bin Priester, in guten wie in schlechten Zeiten. Das bedeutet, dass ich ein ‚Vater‘ bin und jetzt bei meiner Gemeinde bleiben muss.“
In einem Brief an Verwandte und Freunde schrieb der Priester: „Gott allein weiß, wie schwer es mir fällt, Worte zu finden, um den Menschen Mut zu machen, ihre Hoffnung nicht aufzugeben. Bitte betet für uns. Betet für unsere Gegenwart und unsere Zukunft. Betet, dass die Gewalt aufhört und sich jemand finde, der rettet, was noch zu retten ist.“
[Übersetzung des englischen Originals von Alexander Wagensommer]


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