Priester brauchen den Rückhalt der ganzen Gemeinde

Zeugnisse aus dem Petersdom

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ROM, 23. Juni 2009 (ZENIT.org). - Familienväter, Ordensleute, Priesteramtskandidaten - sie alle waren beim Vespergottesdienst im Petersdom dabei, in dessen Rahmen Papst Benedikt XVI. am vergangenen Freitag das internationale „Jahr des Priesters" eröffnete.

Bis zum 18. Juni 2010 wird die Weltkirche verstärkt den Auftrag und die Sendung des Priesters in den Blick nehmen und zugleich für mehr Priesternachwuchs werben. Juan Caballero ist Familienvater und hat vier Kinder. Für ihn war klar, dass er bei der Eröffnung des Priesterjahres dabei sein wollte: „Bei der Hochzeit stand uns ein Priester zur Seite. Meine Kinder wurden von einem Priester getauft. Bei den schönsten Augenblicken, die ich in meiner Familie erleben durfte, und wo man dank der Sakramente die Gemeinschaft mit dem Ewigen erfahren konnte, war ein Priester der Vermittler. Dafür bin ich dankbar“, so der Argentinier. Die Eucharistiefeier schenke ihm im Berufsalltag Kraft und Trost.

Das Priesterjahr wird auch für die Ordensfrauen der Congrégation de la Sainte-Croix ein besonderer Anlass sein, ihr Gebet für die Priester im Volk Gottes zu intensivieren. Es war der selige Basilio Antonio Maria Moreau, der diesem Werk das Charisma des Gebetes für die Heiligung der Priester anvertraute. Für die Ordensfrauen ist die Einladung des Papstes ein Ansporn, sich auch in diesem Jahr stützend hinter die Priester zu stellen.

Carlos Ranninger ist erst vor kurzem zum Diakon geweiht worden. Der Spanier ist Mitglied der Ordensgemeinschaft der Legionaräre Christi und hat sein Noviziat und sein apostolisches Praktikum in Deutschland absolviert. Dass er im kommenden Dezember, mitten im Priesterjahr, gemeinsam mit anderen Ordensbrüdern die Priesterweihe empfangen wird, empfindet er nach eigenen Worten als besondere Gnade.

Mit dem Priester von Ars als Vorbild sei er sehr glücklich, so Ranninger gegenüber ZENIT. Seine Generation schätze diesen Mann wegen seiner Liebe zur Gemeinde und zu Christus. Das Wissen darum, dass jetzt viel für die Priester gebetet werde, ermutige ihn sehr. Außerdem ist er überzeugt: „Gott wird alle, die sich dem priesterlichen Dienst widmen oder für die Priester beten, mit Gnaden überhäufen.“

Für Sr. María Leticia, von der Familia del Verbo Encarnado, die der argentinische Priester P. Carlos Miguel Buela gegründet hat, wünscht sich für dieses Jahr „eine Erneuerung des priesterlichen Lebens zum Wohl der Kirche“. Dafür bürge ihre Gemeinschaft mit dem fürbittenden Gebet. „Priester brauchen den Rückhalt der ganzen Gemeinde“, so Sr. María Leticia.

Von Carmen Elena Villa